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Anschlag in Manchester:Betten, Tee und Taxifahrten - so hilft #roomformanchester

Concert goers react after fleeing the Manchester Arena in northern England where U.S. singer Ariana Grande had been performing in Manchester

Viele der jugendlichen Konzertbesucher wissen nach der Explosion in der Manchester Arena nicht, wie sie nach Hause kommen sollen.

(Foto: REUTERS)

Das Konzert der US-amerikanische Sängerin Ariana Grande soll an diesem Montagabend ausverkauft sein. 21 000 Menschen haben in der Halle Platz. An diesem Abend sind vor allem Kinder und Jugendliche unter den Besuchern. Als die Sängerin gerade ihren Auftritt beendet, kommt es zu einer Explosion.

Mindestens 22 Menschen - darunter auch der mutmaßliche Angreifer - kommen dabei ums Leben, es gibt zahlreiche Verletzte. Der Bahnhof Manchester Victoria Station wird nach dem Anschlag geschlossen. Auch am Dienstag sollen hier noch immer keine Züge fahren. Der Bahnhof ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Für die Konzertbesucher ist es schwierig, nach Hause zu kommen. Viele von ihnen kommen aus der Umgebung von Manchester.

Die Einwohner von Manchester helfen schnell. Unter dem Hashtag #roomformanchester bieten sie schon kurz nach der Explosion auf dem Kurznachrichtendienst Twitter private Übernachtungsmöglichkeiten an. Wer nicht nach Hause kommt, telefonieren muss oder nur eine Tasse Tee braucht, findet hier zahlreiche Angebote.

Auch die Taxifahrer in Manchester verzichten auf ihr Geschäft und bieten kostenlose Fahrten in die Stadt an.

Selbst einfachste Hilfsangebote sind hier zu finden. Wer beispielsweise nicht telefonieren kann, weil der Akku seines Handys leer ist, dem werden Ladegeräte angeboten.

Gleichzeitig nutzen Betroffene den Hashtag, um vermisste Freunde und Familienmitglieder zu finden. Auch unter dem Stichwort #manchestermissing werden Fotos von vermissten Kindern und Jugendlichen hochgeladen. Selbst Popstars wie etwa die US-Sängerin Pink teilen diese Vermisstenanzeigen. Facebook hat sein Sicherheitscheck-Feature aktiviert. So können die Konzertbesucher ihren Freunden und Familienangehörigen schnell mitteilen, dass es ihnen gutgeht.

Stadtpolitiker loben die Hilfsbereitschaft. Bev Craig, Mitglied des Stadtrats in Manchester, schreibt auf Twitter, das sei das Manchester, das er liebe.

Katastrophen und Anschläge haben meistens auch Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr, der dann eingestellt wird. Gleichzeitig benötigen Touristen eine Unterkunft für eine Nacht. Die sozialen Netzwerke bieten dann eine Plattform, um schnell Hilfsangeobte zu organisieren. Nach dem Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum in München etwa fanden Menschen, die nicht nach Hause kamen, unter dem Hashtag #offenetuer Privatunterkünfte. Unter #bedforawayfans wurden Anhängern des AS Monaco nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB kurz vor einem Champions-League-Spiel Notunterkünfte in der Stadt angeboten. Nach den Anschlägen in Paris gab es Hilfe unter dem Stichwort #PorteOuverte, Freunde und Familienangehörigen suchten gleichzeitig unter #RechercheParis nach Vermissten.

© SZ.de/lot/jana

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