Anschlag auf Mall in Nairobi Sicherheitskräfte bringen Einkaufszentrum unter Kontrolle

Die Geiselnahme in Kenia scheint kurz vor dem Ende: Sicherheitskräfte haben nach Angaben des Innenministeriums das von Islamisten belagerte Einkaufszentrum unter Kontrolle gebracht. Die Regierung geht zudem davon aus, dass alle Geiseln befreit sind.

Das kenianische Innenministerium hat per Twitter gemeldet, die Einsatzkräfte hätten das Einkaufszentrum "Westgate" in der kenianischen Hauptstadt Nairobi "unter Kontrolle" gebracht. "Wir gehen davon aus, dass alle Geiseln frei gekommen sind", heißt es in einem weiteren Tweet.

Ein AP-Korrespondent hingegen twitterte, noch sei die Geiselnahme nicht beendet, möglicherweise seien also noch nicht alle Menschen befreit. Wie viele Geiseln die Terroristen noch in ihrer Gewalt haben, ist nicht bekannt.

Bei der am Samstagmittag gestarteten Attacke der Terroristen wurden bislang mindestens 62 Menschen getötet sowie 175 weitere verletzt. Mehr als 1000 Menschen sollen sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Gebäude befunden haben.

Armeechef Julius Karangi nannte die islamistischen Angreifern ein "multinationales" Kommando, das im Auftrag des "Weltterrorismus" handle. Am Wochenende hatte sich die islamistische al-Shabaab-Miliz zu dem Angriff bekannt. Sie hat Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida.

Die kenianische Polizei hat bereits mehrere Verdächtige festgenommen. Es seien mehr als zehn Menschen zur Befragung in Gewahrsam genommen worden, teilte das kenianische Innenministerium am Montag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Seit Sonntagabend waren die Sicherheitskräfte immer weiter in das Einkaufszentrum vorgerückt. Die Regierung bestätigte, dass drei Geiselnehmer getötet und "mehrere verletzt" wurden. Die Sicherheitskräfte hätten inzwischen die Kontrolle über die meisten Teile des Einkaufszentrums, die Geiselnehmer könnten "nicht mehr entkommen".

Am Mittag erschütterte eine heftige Explosion die Westgate Mall. Fernsehbilder zeigen seitdem, wie dichter schwarzer Rauch über dem Gebäude aufsteigt. Ob Detonation und Rauch zusammenhängen und wer für beides verantwortlich ist, ist jedoch noch unklar. Aus den Reihen der Sicherheitskräfte hieß es zunächst, das Militär sei für die Explosion verantwortlich - man versuche, durch das Dach ins Gebäude zu gelangen. Einige Minuten vor der Detonation hatte die Polizei einen Tweet abgesetzt, in dem darum gebeten wurde, sich von dem Gebäude fernzuhalten:

Aus anderen Quellen hieß es, der Rauch werde von den Terroristen der islamistischen Al-Schabaab-Miliz verursacht, die Matratzen verbrennen. Zuvor hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, die Terroristen hätten möglicherweise Sprengsätze in dem vierstöckigen Komplex und der unmittelbaren Umgebung versteckt. Die BBC-Reporterin aus Nairobi berichtet unter Berufung auf Kenias Innenminister Lenku, die Geiselnehmer hätten das Feuer gelegt.

Die Sicherheitskräfte hatten ihre Bemühungen, das Einkaufszentrum zu stürmen, am Montagmorgen verstärkt. Immer wieder waren heftige Schusswechsel und Explosionen zu hören, berichtet unter anderem die britische BBC in ihrem Liveticker. Den größten Teil des Einkaufszentrums haben die Soldaten bereits unter Kontrolle, die Angreifer halten sich in verschiedenen Teilen des Gebäudes auf - wie viele es noch sind, ist unklar. Innenminister Lenku spricht von zehn bis 15 Geiselnehmern.