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Anklage wegen Performance-Aktion:Im Zweifel für die Kunstfreiheit

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von 12.000 Euro gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert - und gewonnen: Der Künstler Jonathan Meese ist im Prozess um den verbotenen Hitlergruß freigesprochen worden.

Im Prozess um den Hitlergruß ist der Künstler Jonathan Meese am Mittwoch in Kassel freigesprochen worden. Vor dem Amtsgericht war Meese das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen worden.

Er hatte in einem Gespräch zum Thema "Größenwahn in der Kunst" in Kassel die "Diktatur der Kunst" gefordert und den Arm zweimal zu dem verbotenen Gruß gehoben. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Verfahren eine Geldstrafe von 12.000 Euro gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

Zuvor hatte der Skandalkünstler den verbotenen Hitlergruß zugegeben. Zugleich machte er deutlich, dass es sich dabei um den Teil einer Kunstaktion und nicht um seine private Meinung gehandelt habe. "Ich würde doch nicht in einem Restaurant einen Hitlergruß zeigen, ich bin doch nicht bescheuert", hatte der 43-Jährige im Juli gesagt.

© Süddeutsche.de/dpa/ebri/fran
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