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Albanien:Die Männinnen

Albanien: Burrnesha

Nush Vorfi, 39, vor seinem Elternhaus in der Nähe des Dorfs Xhuxhë. Seit 1994 lebt er als Mann. Heute wohnt er im Wald, zusammen mit zwei Cousins.

(Foto: Stefanie Preuin)

Eine jahrhundertealte Tradition erlaubt es albanischen Frauen, sich für ein Leben als Mann zu entscheiden. Mit allen Rechten und Pflichten, mit vielen Freiheiten - aber ohne Liebe.

Von Text: Ruth Eisenreich, Fotos: Stefanie Preuin

Die Bäume an den Berghängen um das Dorf Xhuxhë leuchteten rot und golden, als Nushe Vorfi ihrer Cousine eine Schere in die Hand drückte. Die zögerte, weigerte sich: Vorfis Haare waren so schön, so lang, sie reichten der jungen Frau bis zu den Ellenbogen. Doch dann gab die Cousine nach. Eine erste braune Strähne fiel auf die Terrasse vor dem Haus, dann noch eine und noch eine. Als auf dem Kopf nur noch wenige Zentimeter übrig waren, trug Vorfi ihre, nein, seine abgeschnittenen Haare auf ein nahes Feld und verbrannte sie. Die Cousine hatte Vorfi an diesem Nachmittag zum Mann gemacht.

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