bedeckt München 12°
vgwortpixel

Alaska: Verletzte nach Bärenangriff:Grizzly attackiert jugendliche Wanderer

Sieben Jugendliche absolvieren in der Wildnis von Alaska einen Survival-Kurs, als plötzlich der Ernstfall eintritt. Eine Bärin greift die Wandergruppe an - und verletzt mehrere Teenager zum Teil schwer.

Ihren Wander-Trip werden die sieben Jugendlichen wohl nicht so schnell vergessen: Die Gruppe war in den Talkeetna Mountains nördlich von Anchorage im US-Bundesstaat Alaska unterwegs, als plötzlich ein Grizzlybär die Teenager im Alter von 16 bis 18 Jahren attackierte. Drei von ihnen wurden zum Teil schwer verletzt, vier überstanden den Angriff des Wildtiers zumindest physisch unverletzt.

Sam Gottsegen wurde bei der Attacke des Grizzlys schwer verletzt. Mittlerweile ist der 17-Jährige aber wieder auf dem Wege der Besserung.

(Foto: AP)

Shane Garlock, einer der unverletzten Jugendlichen, sagte jedoch laut der US-Zeitung Anchorage Daily News auf einer Pressekonferenz: In seinem Kopf könne er immer noch das laute, tiefe Grollen des Grizzlys und die hoffnunglosen Schreie seiner Freunde hören.

Todesängste im Angesicht der Bärin

Die Teenager nahmen an einem 30-tägigen Survival-Kurs in der alaskischen Wildnis teil. Als sie gerade durch einen Fluss wateten, griff der Bär an. Behörden vermuten, dass es sich um ein Muttertier handelte, das mit seinem Jungen unterwegs war. Erst Anfang Juli war ein Wanderer im amerikanischen Yellowstone-Nationalpark von einem Grizzly getötet worden. Auch in diesem Fall war die angreifende Bärin mit ihren Jungen unterwegs gewesen.

Sam Gottsegen, ein weiterer Kursteilnehmer, schilderte der Zeitung seine Ängste während der Attacke. "Ich dachte, ich werde sterben", sagte der 17-Jährige. Vor seinem inneren Auge seien all die Dinge vorbeigezogen, die er nun verpassen würde: College, Reisen, das Leben an sich. "Ich dachte: 'Das kann einfach nicht mir passieren!'"

Der Grizzly biss Gottsegen in den Kopf, in die Arme und die Brust. Seine Lunge wurde bei dem Angriff durchbohrt, Rippen gebrochen. Braunbären, die den wissenschaftlichen Namen "Ursus arctos horribilis" tragen, können mehrere hundert Kilogramm wiegen.

Nach der Bärenattacke stellten die Jugendlichen die gelernten Überlebenskünste unter Beweis: Sie errichteten ein Zelt und leisteten selbst eine Erstversorgung der Verletzten. Mit einer Leuchtpistole machten sie dann auf sich aufmerksam. Ein Hubschrauber flog die Verletzten schließlich in ein Krankenhaus.

Joshua Berg, einer der Verletzten, lobte wieder zurück in der Zivilisation das umsichtige Handeln seiner Freunde: "Ich bin beeindruckt von der Fähigkeit dieser Jungs, Prioritäten zu setzen und nach ihnen zu handeln - und die Dinge da draußen einfach geregelt zu kriegen", zitiert Anchorage Daily News den 17-Jährigen.