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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Rangierender Ranger

(Foto: Kevin G. Smith)

Wie ein kanadischer Autofahrer eine amerikanische Familie drei Tage durch den Schnee chauffiert - und mit dem Vater in Alaska vereint.

Von Ramona Dinauer

Durchquert man Deutschland, etwa von Freiburg nach Flensburg, dauert das etwa zehn Stunden. In den USA braucht man für einen solchen Trip mehrere Tage. Das ist Lynn Marchessault klar, als sie mit ihren beiden Kindern aus dem südlichen Bundesstaat Georgia Richtung Alaska zu ihrem Mann aufbricht. Nicht klar ist ihr aber, dass man Winterreifen braucht, die Amerikanerin ist noch nie bei Schnee gefahren. Erschöpft strandet die Familie irgendwann im Westen Kanadas - und die Zeit drängt. Reisende auf dem Weg in den abgetrennten US-Bundesstaat Alaska müssen Kanada schnell wieder verlassen, denn eigentlich ist die kanadisch-amerikanische Grenze wegen der Pandemie geschlossen.

Aber Marchessault hat Glück: Über einen Aufruf im Netz meldet sich der kanadische Ranger Gary Bath, er erklärt sich bereit, die Familie in ihrem Pickup nach Alaska zu fahren. Knapp 1700 Kilometer. Winterjacken bekommt die Familie noch von Baths Frau, Winterreifen von einem Fremden an der Tankstelle. Eingepackt und neu bereift bricht das Gespann Richtung Alaska auf. Fast drei Tage dauert die Reise. Fahrer und Beifahrerin unterhalten sich über Urlaube, Familie und über die gemeinsame Militärvergangenheit.

Am Ende ist die US-Familie an der Grenze zu Alaska vereint. Sie bedankt sich bei Bath und den vielen Menschen, die berührt von der Geschichte für Baths Rückflug spendeten. "Der Trip war ein echter Erfolg", schreibt Bath der SZ via Facebook, "auch dank der vielen Menschen, die geholfen haben, mich nach Hause zu bringen. Alles, was ich tun musste, war Auto zu fahren."

Auf dem Rückweg in den Süden will Marchessault ihre neu gewonnenen kanadischen Freunde besuchen. Die passenden Reifen für ihr Ziel im Süden sie schon im Auto.

könntet ihr bitte dieses Foto, wenn möglich recht bald, in Comyan laden. Online-Rechte sind geklärt. Fotocredit geht an Gary Bath, der mit Familie Marchessault auf dem Bild zu sehen ist.

Ein Polizeibeamter (links) aus dem Grenzort Beaver Creek fuhr Gary Bath zum nächsten Flughafen. Neben dem Polizisten und Bath im Bild: Lynn Marchessault und ihre Familie.

(Foto: Gary Bath)

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