Erster Bericht veröffentlichtStopp der Treibstoffzufuhr Ursache für Air-India-Absturz

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Bilder von der Absturzstelle im indischen Ahmedabad.
Bilder von der Absturzstelle im indischen Ahmedabad. Adnan Abidi/REUTERS

Ein vorläufiger Bericht zum Unglück der Passagiermaschine vor einem Monat liegt vor. Er kommt zum Ergebnis, dass womöglich einer der Piloten die Schalter betätigt hat, die den Fluss von Kerosin zu den Triebwerken unterbrechen.

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Der Absturz einer Boeing 787 von Air India mit 260 Toten im Juni ist einem vorläufigen Untersuchungsbericht zufolge auf ein Abschalten der Treibstoffzufuhr zu den Triebwerken zurückzuführen. Die entsprechenden Schalter seien drei Sekunden nach dem Start fast gleichzeitig auf „Aus“ gestellt worden, heißt es in dem am Samstag von der indischen Untersuchungsbehörde veröffentlichten Bericht. Der Dreamliner habe daraufhin sofort an Schub verloren und sei gesunken. Die Behörde sprach zunächst keine Empfehlungen gegen den Flugzeughersteller Boeing oder den Triebwerksbauer General Electric aus.

Auf den Aufnahmen des Stimmenrekorders sei zu hören, wie ein Pilot den anderen fragt, warum er die Treibstoffzufuhr unterbrochen habe, hieß es weiter. „Der andere Pilot antwortete, dass er dies nicht getan habe.“ Die Schalter wurden allerdings an der Absturzstelle in der „Ein“-Position vorgefunden. Dem Bericht zufolge gibt es Hinweise darauf, dass beide Triebwerke vor dem Absturz aus geringer Höhe wieder gezündet wurden.

Das Umlegen der Schalter unterbricht die Treibstoffzufuhr fast augenblicklich. Dies geschieht normalerweise, um die Triebwerke nach der Ankunft am Flugsteig abzuschalten, oder in Notsituationen wie einem Triebwerksbrand. Der Bericht deutet nicht darauf hin, dass ein solcher Notfall vorlag. Der US-Experte John Cox wies darauf hin, dass ein Pilot die Schalter nicht versehentlich umlegen könne. „Man kann da nicht dranstoßen und dann bewegen sie sich.“

Die Maschine war am 12. Juni auf dem Weg von der indischen Stadt Ahmedabad nach London abgestürzt. Beide Piloten galten als erfahren und verfügten zusammen über etwa 19 000 Flugstunden, davon mehr als 9000 auf der 787. Air India steht seit dem Absturz unter verschärfter Beobachtung. Zuvor hatte die indische Luftfahrtaufsicht die Fluggesellschaft wegen Verstößen gegen die vorgeschriebenen Dienstzeiten von Piloten verwarnt. Zudem kündigte die Flugsicherheitsagentur der Europäischen Union eine Untersuchung der Billigfluglinie Air India Express an.

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SZ PlusVon Jens Flottau

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