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Thailand:Yoga-Schülerinnen werfen Lehrern sexuelle Übergriffe vor

  • Medienberichten zufolge sollen mehrere Lehrer der Agama-Yoga-Schule in Thailand jahrelang Frauen belästigt und missbraucht haben.
  • Die Schule hat die Vorwürfe bestätigt, die beschuldigten Lehrer hätten die Schule bereits verlassen müssen.

Ko Phangan ist eine paradiesische Insel südlich von Thailand und Heimat der Agama-Yoga-Schule, in die Menschen aus aller Welt kommen, um Yoga zu lernen oder zu lehren. Ein Rückzugsort, an dem Suchende zu sich selbst finden sollen, so wird es auf der Webseite beschrieben.

In der Agama wird Tantra-Yoga praktiziert. Eine Form, bei der auch sexuelle Erfahrungen eine Rolle spielen. Dies sei aber nur ein kleiner Teil der Lehre, heißt es von der Schule. Doch nun steht die Schule genau wegen dieses Teils in der Kritik. Mehrere Teilnehmer haben schwere Vorwürfe erhoben. Jahrelange sollen dort Frauen von Lehrern sexuell belästigt, genötigt und in manchen Fällen vergewaltigt worden sein. Das berichtet unter anderem der britische Guardian.

Die Vorwürfe erstrecken sich auf Vorfälle in einem Zeitraum von 15 Jahren. Im Juli gingen die Betroffenen erstmals an die Öffentlichkeit. Der Guardian beruft sich nun auf Zeugenaussagen von 14 Frauen und zwei Männern. Auch die Yoga-Schule hat auf ihrer Webseite mehrere Statements veröffentlicht, in denen sie die Vorwürfe bestätigt. Diese würden nun von unabhängiger Stelle überprüft, heißt es dort. Die beschuldigten Lehrer hätten die Schule verlassen müssen. Betroffene sollten sich melden, man werde alles tun, um sie zu unterstützen.

Die Vorwürfe betreffen vor allem den spirituellen Leiter der Schule, Swami Vivekananda Saraswati, mit echtem Namen Narcis Tarcau. Er gründete die Schule im Jahr 2003. Sie unterhält unter anderem Zentren in Indien, Kolumbien und Australien, in die jedes Jahr Tausende Schüler reisen.

Der Guardian zitiert mehrere Frauen mit der Aussage, Saraswati habe ihnen erzählt, Sex mit ihm würde ihnen zur Erleuchtung verhelfen. Er sei ein "Meister der Manipulation" und habe die Frauen einer systematischen "Gehirnwäsche" unterzogen. Frauen, die sich ihm verweigerten, sei gesagt worden, sie wüssten nicht, was gut für sie ist. Sie würden für den Rest ihres Lebens ein negatives Karma haben. "Agama war die traumatischste Zeit meines Lebens", sagt eine Betroffene.

Die Vorwürfe betreffen jedoch nicht nur einzelne Lehrer. An der gesamten Schule habe eine frauenfeindliche Einstellung geherrscht. Die Betroffenen sprechen von einer "Sex-Sekte". Die Yoga-Schule weist das zurück und spricht von einer "Hass-Kampagne". Die Beschuldigungen beträfen einzelne Personen, nicht die gesamte Schule, verteidigt sie sich.

© SZ.de/eca/feko/rus
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