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Erster Afrikaner auf Weltraummission:Der Afronaut aus dem Township

Mandla Maseko mit NASA-Raumanzug im Jahr 2014.

(Foto: AFP)

Mandla Maseko hatte ein Ziel: als erster schwarzer Afrikaner ins All zu fliegen. Nun ist er bei einem Unfall gestorben, bevor er nach den Sternen greifen konnte. Und doch hat er Großes erreicht.

"Afronaut" haben sie Mandla Maseko in seinem Township und im ganzem Land genannt, seit er ausgewählt wurde, als erster schwarzer Afrikaner ins All geschossen zu werden. Seit er beschlossen hatte, sich nicht nur den Gesetzen der Schwerkraft zu widersetzen, sondern auch dem Lebensweg, der für einen wie ihn vorgezeichnet zu sein schien. Der nicht unbedingt nach oben führen sollte.

Maseko hatte 2013 in seinem Township in der Nähe der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria einen Werbeclip im Fernsehen gesehen, in dem ein Deodorant-Hersteller weltweit nach 23 Kandidaten suchte, die mit dem Raumschiff Lynx Mark II ins All fliegen wollten. Das Raumschiff gab es noch gar nicht. Was es gab, war eine große Euphorie, eine Erwartung, dass Reisen ins All bald für alle möglich sein würden.

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Oder zumindest für diejenigen, die genug Geld hatten - oder genug Glück und Entschlossenheit, sich einem Wettbewerb zu stellen und am Ende auch ausgewählt zu werden. Mehr als eine Million Kandidaten antworteten auf die Ausschreibung des Deoherstellers. Maseko kam in die engere Auswahl, musste mit dem Fallschirm aus Flugzeugen springen, in ihnen Saltos drehen und testen lassen, wie sein Körper auf Fliehkräfte reagiert. Er reiste nach Florida und wurde schließlich für tauglich befunden, als erster Schwarzer seines Kontinents die Erde aus hundert Kilometern Entfernung zu sehen.

"Mandla Maseko stirbt, bevor er nach den Sternen greifen kann"

Dazu ist es nie gekommen: "Mandla Maseko stirbt, bevor er nach den Sternen greifen kann", meldet der südafrikanische Fernsehsender Enca. Der 30-Jährige sei nach einem Motorradunfall gestorben. Tausende drückten in den sozialen Medien ihr Mitgefühl aus, sprachen von ihm als einer Quelle der Inspiration. "Wir Schwarze wachsen auf und träumen, aber nur bis zu einer bestimmten Grenze. Wir träumen davon, Polizisten zu werden oder vielleicht Anwälte. Aber wir wissen, dass wir nie Piloten oder Astronauten werden."

Eine südafrikanische Flagge hatte er auf die Reise mitnehmen wollen und eine Karte Afrikas. Dann begann das Warten, die Jahre verstrichen, ein Flug wurde immer unwahrscheinlicher. Die vielen privaten Unternehmer, die das All für alle öffnen wollten, merkten, dass es so einfach nicht war. Einige stürzten ab, andere gingen Pleite. Im Jahr 2017 meldete die Firma, die Maseko ins All bringen wollte, Konkurs an, der Sponsor verstummte. Investoren verloren viele Millionen Dollar. Mandla Maseko fühlte sich nicht als Verlierer. Es lag ja nicht an ihm.

Er hielt Vorträge in Townships, wollte junge Leute ermuntern, sich Ziele zu setzen und Vorbilder zu suchen. Er machte den Pilotenschein und wurde Offiziersanwärter in der südafrikanischen Luftwaffe, wollte sein Ingenieurstudium beenden. Es war ein grandioser Aufstieg für ihn und seine Familie, der Vater hatte nicht einmal Schuhe besessen, bis er 16 Jahre alt war. "Ich wollte etwas tun, das die Jugend von Südafrika und dem ganzen Kontinent motiviert", hatte Mandla Maseko einmal gesagt. Es ist ihm gelungen, ohne dass er je im All war.

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