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Afghanistan:Polnische Soldaten retten Findelkind

Sie fürchteten, es sei eine Sprengfalle. Doch tatsächlich handelte es sich bei dem Bündel, das polnische Soldaten in Afghanistan entdeckten, um ein Baby. Sie nannten das Findelkind Pola, aus patriotischen Gründen.

Improvisierte Sprengfallen, oft in der englischen Abkürzung als IED (improvised explosive device) bezeichnet, gehören zu den gebräuchlichsten Waffen in den Kämpfen in Afghanistan. Mit dem Jeep über eine solche Sprengfalle zu fahren und sie auszulösen, gehört zu den größten Gefahren für die Isaf-Soldaten, die in dem Land am Hindukusch den Frieden sichern sollen. Mit welcher Anspannung - und vielleicht auch Angst - sich eine polnische Patrouille in der Provinz Ghazni einem vermeintlichen solchen IED näherte, kann man sich vorstellten. Dort lag ein Bündel am Rand einer menschenleeren Straße.

Nato-Soldaten retten Findelkind "Pola"

Die polnischen Soldaten hielten das Bündel für ein IED - und trauten ihren Augen kaum, als sie am Straßenrand in Afghanistan ein neugeborenes Mädchen entdeckten.

(Foto: Isaf/dpa)

"Zuerst fürchteten wir, dass das Bündel ein IED ist", sagte der Patrouillenführer, Leutnant Krzysztof Kałwak, laut einer Mitteilung der Isaf. "Als wir es untersuchten, stellte sich heraus, dass es ein neugeborenes, in ein Handtuch gewickeltes Mädchen war. Wir waren sehr überrascht." In einem Umkreis von zwei Kilometern um den Fundort am Highway 1 war kein Haus, kein Mensch.

Den Angaben zufolge untersuchte ein Sanitäter, der die Patrouille begleitete, das erst zwei Tage alte Baby sofort. Anschließend wurde das kleine Mädchen in ein Feldlazarett gebracht. Für die Mediziner dort war es der erste Fall dieser Art. Man sei darauf eingestellt gewesen, sagte der Arzt Waldemar Machala, dass das Mädchen in einem schlechten Zustand ist. Doch das Findelkind war gesund.

"Das Kind eroberte die Herzen aller Mitarbeiter in der Klinik", heißt es in der Mitteilung weiter. Man habe das Mädchen Pola genannt - aus patriotischen Gründen.

Später wurde das Mädchen den afghanischen Behörden übergeben. Binnen kürzester Zeit fand sich eine kinderlose Familie, die Pola adoptierte. "Wir haben sie Aria genannt - Glück", sagte der Vater. "Sie macht uns sehr glücklich. Ich wünsche mir für mein Baby, dass sie aufwächst, zur Schule geht und eine sehr gute Zukunft hat."