Auf der Mittelmeerinsel Sizilien ist der Ätna erneut ausgebrochen. Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) wurden an den Gipfelkratern des größten aktiven Vulkans Europas starke Asche-Emissionen beobachtet, deren Höhe am Abend nicht abgeschätzt werden konnte. Für den Flugverkehr wurde die höchste Warnstufe ausgerufen. Der internationale Flughafen von Catania blieb vorerst geöffnet.
Der Ätna ist mehr als 3300 Meter hoch. Seine Höhe ändert sich durch Ausbrüche und Schlackenkegel immer wieder. Die sogenannten strombolianischen Eruptionen – explosive Ausbrüche mit Lava und Asche – liefern oft spektakuläre Bilder und ziehen zahlreiche Zuschauer an.

Seit vergangener Woche gilt am Ätna wegen allzu sorgloser Touristen ein Mindestabstand. Es ist verboten, sich den Lavaströmen in den oberen Bereichen auf weniger als 50 Meter zu nähern. Zuvor waren ganze Gruppen von Ausflüglern auf etwa 2300 Metern Höhe in unmittelbarer Umgebung der aktuell aktivsten Lavazunge unterwegs. Viele gingen immer näher heran, um mit ihren Handys gute Bilder zu machen.
Der Bürgermeister der Ätna-Gemeinde Biancavilla, Antonio Bonanno, versicherte, dass der Vulkan zugänglich bleibe - aber nur unter sicheren Bedingungen und mit genauen Regeln. In Begleitung von Bergführern oder Vulkanologen sind Ausflüge weiterhin erlaubt, wenn Schutzausrüstung samt Helm getragen wird. „Der Ätna ist ein außergewöhnliches Naturerbe, aber auch eine sich ständig verändernde Realität“, sagte Bonnano. „Bewundern ja - herausfordern nein. Alle müssen Verantwortung übernehmen.“
In den vergangenen Jahrhunderten gab es mehrfach spektakuläre Ausbrüche des Ätna. Bei der mutmaßlich schlimmsten Katastrophe 1669 starben nach historischen Überlieferungen mehr als 20 000 Menschen.

