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Ärger im Knast:Madoff bekommt was auf die Nase

Remmidemmi unter Knastbrüdern: Milliardenbetrüger Bernard Madoff kassiert Prügel - und muss arg lädiert auf die Krankenstation.

Auch das ist ein Jubiläum: In dieser Woche ist genau ein Jahr her, seit Bernard Madoff, der größte Wirtschaftsverbrecher in der Geschichte der Wall Street, in das Bundesgefängnis von Butner in North Carolina eingeliefert wurde. Von der Strafe, zu der ihn das Gericht in Manhattan seinerzeit verurteilte, hat er jetzt somit, rein rechnerisch, noch genau 149 Jahre abzusitzen. Während Madoffs Opfer immer noch versuchen, so viel wie möglich von ihrem Restvermögen zu sichern, fragt sich die US-Öffentlichkeit immer wieder mal, was der Gefangene mit der Nummer 61727-054, der einmal angesehener Verwaltungsrat der Computerbörse Nasdaq war, wohl so macht den ganzen Tag.

Gelegentlich wird die Neugier befriedigt. Im vergangenen Dezember zum Beispiel meldete sich ein verurteilter Bankräuber namens Kenneth C. White, dessen Resthaft sich mit den ersten Haftwochen von Madoff überlappte. White malte noch im Gefängnis ein Porträt des 71-Jährigen - standesgemäß in Anzug und Krawatte und nicht in Gefängniskleidern -, das er stolz Reportern präsentierte.

Madoff habe sich im Gefängnis so verhalten, als sei er seit Jahren daran gewohnt, berichtete der Ex-Häftling. Er spiele Schach und Dame und spüle das Geschirr in der Gefängnisküche. Einige Häftlinge, so wurde damals auch bekannt, baten Madoff um eine Unterschrift, damit sie sie später einmal über Ebay würden versteigern können. Viele wollten sich mit ihm anfreunden, weil sie glaubten, dass jemand, der ein so geniales Schneeballsystem aufziehen konnte wie Madoff, ganz sicher irgendwo noch Reichtümer versteckt hat. Er war wohl ein Star unter den Häftlingen.

Nase gebrochen, Rippen angebrochen

Jetzt zeigt sich, dass dieser Starstatus für den Betroffenen auch noch eine andere Seite hatte. Das Wall Street Journal berichtet, ein Mithäftling habe Madoff im Dezember verprügelt, und zwar so sehr, dass er in der Krankenstation des Gefängnisses behandelt werden musste.

Der Wall-Street-Mann habe eine gebrochene Nase, angebrochene Rippen und Schnitte auf dem Kopf und im Gesicht davongetragen. Die Gefängnisverwaltung erklärte allerdings, sie habe keine Hinweise auf den Vorfall. Madoff sei im Dezember zwar tatsächlich auf der Krankenstation gewesen, aber nur weil er sich unwohl gefühlt habe. Dagegen bestätigten drei Ex-Häftlinge die Version der Zeitung. Der Täter sei ein "muskulöser" Mann gewesen, der wegen Drogenhandels in Butner einsitzt. Er sei als Bodybuilder ausgebildet und besitze den schwarzen Judogürtel.

Zu der Prügelei soll es übrigens gekommen sein, weil der muskulöse Drogenhändler glaubte, Madoff schulde ihm Geld. Manchmal hat das Schicksal einfach schwarzen Humor.