Adel:König Charles und Spitzenpolitiker erinnern an Kriegstote

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König Charles III. legt einen Kranz am Cenotaph nieder. Foto: Kin Cheung/AP POOL/dpa (Foto: dpa)

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London (dpa) - Die Royal Family und britische Spitzenpolitiker haben am Sonntag in London an die Kriegstoten erinnert. Nach zwei Schweigeminuten legte König Charles III. (74) als erster einen Kranz am Mahnmal Cenotaph im Regierungsviertel nieder, gefolgt von seinem Sohn und Thronfolger Prinz William (41), seinem Bruder Prinz Edward (59) und seiner Schwester Prinzessin Anne (73).

Königin Camilla (76), Williams Ehefrau Prinzessin Kate (41) und Edwards Gattin Herzogin Sophie (58) verfolgten die Zeremonie bei regnerischem Wetter von einem nahen Balkon. Als die Nationalhymne erklang, wirkte es, als kämpfe ein emotionaler Charles mit den Tränen.

Das Gedenken am "Remembrance Sunday" ist ein zentraler Tag im Kalender der britischen Royals. Es erinnert an die gefallenen Soldaten des Vereinigten Königreichs und des Staatenbunds Commonwealth. Auch Premierminister Rishi Sunak sowie die Chefs der anderen großen Parteien, Parlamentspräsident Lindsay Hoyle sowie Vertreter der Commonwealth-Mitglieder legten Kränze nieder, während eine Militärkapelle einen Trauermarsch spielte. Alle lebenden sieben Ex-Premierminister verfolgten die Zeremonie ebenfalls.

Anschließend sollten Soldaten und Veteranen am Cenotaph vorbeimarschieren. Die Säule stellt ein leeres Grab dar, in das alle Bewohner Großbritanniens und des Commonwealth ihre Gefühle und Gedanken projizieren können. Ältester Teilnehmer war nach Angaben der Nachrichtenagentur PA der 100-jährige Joe Randall.

Das Gedenken fällt jährlich auf den zweiten Sonntag im November, der dem 11. November am nächsten ist, dem "Armistice Day" zur Erinnerung an den Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg 1918.

In diesem Jahr hatten Hunderte Rechtsradikale am Samstagvormittag versucht, zu der Zeremonie durchzubrechen. Sie wollten nach eigenen Angaben den Cenotaph vor den Hunderttausenden Teilnehmern einer propalästinensischen Kundgebung schützen. Kritiker werfen Innenministerin Suella Braverman vor, sie habe die Rechten mit radikalen Äußerungen über die Demonstration angestachelt.

© dpa-infocom, dpa:231112-99-915585/4

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