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Abenteurer Jonathan Trappe:Mit 370 Helium-Ballons über den Atlantik

Eine Szene wie aus dem Disney-Film "Oben" - doch der Versuch ist hochgefährlich: Ein Amerikaner lässt sich von 370 mit Helium gefüllten Ballons über den Atlantik fliegen. Sein genaues Ziel? Unbekannt. Doch für den Fall eines Absturzes hat Jonathan Trappe vorgesorgt.

Es könnte eine Szene aus "Oben" sein. In dem Disney-Film bringt der Rentner Carl sein Haus mit tausenden Luftballons zum Fliegen. Jonathan Trappes Reise findet in der Realität statt und sie ist gefährlicher als es der erste Eindruck vermuten lässt. Von 370 mit Helium gefüllten bunten Ballons lässt sich der 39 Jahre alte IT-Projektmanager in die Luft heben. Seine Reise begann am Mittwoch im US-Bundesstaat Maine. Sein Ziel: Europa.

Etwa 4000 Kilometer dauert die Reise von Trappe mit seinem bunten Fluggefährt (Fotos sind auf seiner Website zu sehen). Der Startpunkt klar war, doch das Ende seiner Reise ist eine Überraschung. Je nachdem, wie der Wind weht, wird der Abenteurer irgendwo zwischen Island und Marokko landen. Aber wo genau seine Reise endet, ist Jonathan Trappe ohnehin egal: Sein Ziel ist, den Atlantik zu überqueren. Drei bis vier Tage soll das Abenteuer dauern.

Das Wetter sei der gefährlichste Faktor seiner Reise, sagte Trappe vor seinem Start. Schlechtes Wetter könnte ihn dazu zwingen, seine Fahrt abzubrechen und sogar sein Leben gefährden. In einer Höhe von 7,6 Kilometern findet Trappe geeignete Bedingungen für seine Ozeanüberquerung. Wenn er weiter aufsteigen will, entledigt er sich von Ballast, muss er absinken, lässt er einfach ein paar Ballons platzen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Jonathan Trappe sich von bunten Ballons durch die Welt tragen lässt. Im Mai 2010 schaffte er es, nach vier Stunden (und mit 55 Ballons) den Ärmelkanal zu überqueren. Im vergangenen Jahr flog er über die Alpen.

Die Atlantik-Überquerung ist jedoch die längste Reise Trappes. Falls es Probleme geben sollte, hat er vorgesorgt. Während des Trips sitzt er in einem gelben Rettungsboot. Sollte der Abenteurer ins Meer abstürzen, müsste er wenigstens nicht selbst schwimmen.

© Süddeutsche.de/tob/gal
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