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700 Schüsse auf Autos:Polizei nimmt Autobahn-Attentäter fest

Autotransport bei Opel

Autotransport: Lkw wie diese griff der Autobahn-Attentäter bevorzugt an.

(Foto: dpa)

Mehr als 700 mal schoss ein Unbekannter von der Gegenfahrbahn aus auf vorbeifahrende Autos und Laster. Jetzt hat die Polizei Berichten zufolge in der Eifel einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann soll den Ermittlern bereits ein Waffendepot gezeigt haben.

Eine bundesweite Serie von Schüssen auf Autotransporter ist Medienberichten zufolge aufgeklärt. Beamte des Bundeskriminalamts hätten am Sonntag in der Eifel einen Verdächtigen festgenommen, berichteten die Sender SWR-Info und der Bayerische Rundfunk. Bei seiner Festnahme wollte der Mann offenbar gerade zu einer Fahrt aufbrechen. Nach Informationen der beiden Sender hat der Mann die Taten gestanden und die Ermittler bereits zu einem Waffenversteck geführt.

Der Mann ist den Angaben zufolge selbst Lkw-Fahrer. Es handele sich um einen 57-jährigen Berufskraftfahrer, der für eine Spedition arbeite, teilte das Bundeskriminalamt mit. Der Mann wurde am Montagmorgen dem Amtsgericht Würzburg vorgeführt und befindet sich in Haft. Gegen ihn werde wegen versuchten Totschlags ermittelt. Details zu dem Fall wollen das Bundeskriminalamt sowie die zuständigen Staatsanwaltschaften Koblenz und Würzburg am Dienstag bekanntgeben.

Der Täter sorgte seit Jahren für Angst und Schrecken auf den Autobahnen. Seit 2008 soll er mehr als 700 Mal von der Gegenfahrbahn aus abgedrückt haben. Zwei Frauen wurden schwer verletzt: eine kam in ihrem Auto von der Straße ab und prallte gegen die Mittelleitplanke, die andere wurde Ende 2009 bei Würzburg in ihrem Auto am Hals getroffen.

In den meisten Fällen hatte der Schütze Lastwagen attackiert, die Neuwagen transportierten. Die Einschüsse wurden oft erst am Ende langer Fahrtrouten durch die Spediteure entdeckt. Die Suche nach dem Täter war deshalb sehr schwierig. Zuletzt war offenbar eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro auf die Ergreifung des Attentäters ausgesetzt, 2012 übernahm das BKA die Ermittlungen.

Wie der BR weiter berichtete, gelang die Festnahme des Mannes nach monatelangen intensiven Ermittlungen. Ermittler des BKA erfassten demnach unzählige Lkw-Kennzeichen. Sobald ein neuer Fall bekannt wurde, glichen die Ermittler Kennzeichen und Handyverbindungsdaten ab, bis sich die Ermittlungen schließlich auf einen Verdächtigen konzentrieren konnten.