Süddeutsche Zeitung

4. Frage:Bei welcher Lotterie kann man besten gewinnen?

Beim nächsten Mittwochslotto liegen 35 Millionen Euro im Jackpot, das ist neuer Rekord in Deutschland. Wenn hohe Gewinnsummen ausgelost werden, hoffen noch mehr als Menschen als ohnehin schon üblich auf das große Los. Dabei gestaltet sich der Flirt mit Fortuna bei den weniger bekannten Lotterien durchaus vielversprechender als bei den "6 aus 49"-Ziehungen. Die Glücksgöttin muss einem aber in jedem Fall gewogen sein.

Auch wenn die Gewinnchancen ungewöhnlich niedrig sind, übt das Fernseh-Lotto am Samstag ("6 aus 49") die höchste Anziehungskraft auf deutsche Zocker aus. Dabei sind die Chancen für Gewinne bei anderen Anbietern durchaus höher, wenngleich auch bei den anderen Lotterien wohl die wenigsten Spieler zu Reichtum gelangen werden. Die Stiftung Warentest überprüfte deswegen in der Vergangenheit bereits mehrfach verschiedene Lotterie-Angebote in Deutschland. Die letzte dieser Untersuchungen fand im Jahr 1999 statt, deren Ergebnisse daher als überholt angesehen werden müssen.

Unterschiede bei Einsatz, Ausschüttung und Gewinnwahrscheinlichkeit sorgen aber nach wie vor zu unterschiedlichen Gewinnchancen bei den verschiedenen Anbietern. Grundsätzlich gilt dabei folgendes: Der große Vorsprung, den das Lotto am Samstag vor allen anderen Lotterien in Bezug auf den Marktanteil hat, erklärt sich durch die Gewinnsummen, die dort höher ausfallen als bei den Wettbewerbern.

Ließen sich die Spieler allerdings nicht allein vom hohen Hauptgewinn in zuweilen zweistelliger Millionenhöhe blenden, so könnten sie ihren Einsatz mit höherer Wahrscheinlichkeit in einen Gewinn umwandeln. So locken auch das Lotto am Mittwoch und das Spiel 77 noch mit einigen Milliönchen und bieten gleichzeitig eine höhere Gewinnwahrscheinlichkeit.

Noch attraktiver sind die Gewinnwahrscheinlichkeiten der Nordwestdeutschen und der Süddeutschen Klassenlotterie, die zudem eine höhere Ausschüttungsquote aufweisen. Allerdings sollten sich die Spieler nicht von der aggressiven Werbung beider Klassenlotterien hinters Licht führen lassen. Aussagen wie "100-prozentige Gewinnchance" oder "Mehr als jede zweite Losnummer gewinnt" sind zwar formal korrekt, erzeugen aber dennoch ein schiefes Bild. Rechnet der Spieler seinen Einsatz gegen die Gewinne auf, ergibt sich bereits ein drastisch anderes Bild. Laut Stiftung Warentest entpuppten sich im Jahr 1999 von den rund 106.000 Treffern in der ersten Klasse der Nordwestdeutschen Klassenlotterie lediglich 2300 als echte Gewinne, die den Einsatz tatsächlich überstiegen.

Die Fernsehlotterien, zu denen die Aktion Sorgenkind oder die Glücksspirale zählen, nehmen eine Sonderstellung ein. Bei ihnen ist die Ausschüttungsquote zwar niedriger, da die Einnahmen aber für einen guten Zweck gedacht sind, kann sich der Verlierer über seinen verlorenen Einsatz immerhin mit der Gewissheit hinwegtrösten, etwas für einen guten Zweck getan zu haben.

Für alle, die nicht unbedingt Millionär aber immerhin um einige zehntausend Euro reicher werden wollen, ist das Gewinnsparen der Banken und Sparkassen eine interessante Alternative. Zwischen siebzig und achtzig Prozent des Anlagebetrages wandern in der Regel aufs Konto, mit dem Rest wird gespielt. Das lukrative daran: Höhere Ausschüttungen und relativ bessere Gewinnchancen.

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pak
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