29. Mai 2016, 18:55 Scheidung Schluss, aus, noch nicht zu Ende

Johnny Depp muss sich von Noch-Ehefrau Amber Heard fernhalten, sie hat eine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirkt.

Von Jürgen Schmieder

Wenn irgendwo in Hollywood Laura Wasser auftaucht, wird es ernst. Es geht dann meist nicht mehr um ein harmloses Gerücht, sondern um einen heftigen Streit, um eine schmutzige Trennung, um das ganz große Drama. Die Anwältin hat schon viele Promi-Scheidungen verwaltet: Melanie Griffith und Antonio Banderas, Denise Richards und Charlie Sheen, Jennifer Garner und Ben Affleck. Und jetzt vertritt sie also US-Schauspieler Johnny Depp; bevor die Scheidung von Schauspiel-Kollegin Amber Heard über die Bühne ist, muss sich die Anwältin aber erst einmal um einen Skandal kümmern.

Heard, 30, hatte vor zwei Wochen nach 15 Monaten Ehe die Scheidung eingereicht. Am vergangenen Freitag erschien sie vor einem Gericht in Los Angeles mit einer nicht zu übersehenden Schramme unter dem rechten Auge, die Depp ihr fünf Tage zuvor während eines Streits mit seinem Handy zugefügt haben soll. "Die komplette Beziehung über hat mich Johnny verbal und physisch missbraucht", heißt es in einer Erklärung von Heard, sie bezeichnet Depp darin als "paranoid" und "furchterregend" und verwies auf dessen "allseits bekannte Historie von Alkoholismus und Drogenmissbrauch". In der besagten Nacht sei Depp "betrunken und high" aufgetaucht und habe dann einen Streit begonnen. Er habe sie an den Haaren gezogen und geschlagen. Heard beantragte eine einstweilige Verfügung wegen häuslicher Gewalt.

Bis zum 17. Juni muss sich Depp, 52, mindestens knapp 100 Meter von seiner Noch-Ehefrau fernhalten, er darf auch das gemeinsame Haus in dieser Zeit nicht betreten. Depp ist allerdings noch bis mindestens zum 7. Juni in Europa, um seinen neuen Film zu vermarkten und mit seiner Band Hollywood Vampires unter anderem in Deutschland aufzutreten.

Depp selbst äußerte sich zu den Vorwürfen nicht öffentlich. Anwältin Wasser wies die Anschuldigungen jedoch vehement zurück. Heard versuche, finanzielle Vorteile für sich herauszuschlagen, indem sie Depp Gewalttätigkeiten unterstelle, sagte Wasser der US-Zeitschrift People. Heard hatte auch beantragt, dass Depp zu dem Hund der Schauspielerin Abstand halten sollte - und wollte bis zum Vollzug der Scheidung monatlich 50 000 Dollar für ihre Lebenshaltungskosten haben. Diesen Forderungen kam der Richter allerdings nicht nach.

Hat Depp seine Ehefrau wirklich geschlagen? Diese Frage wird nun öffentlich verhandelt - wie auch jene, ob es sich bei Heards Auftritt und der an die Presse verteilten Erklärung um eine geschickte Eröffnung eines Rosenkriegs handelt. Und der hat bereits begonnen: Heards Anwälte stellen Depp als paranoiden und alkoholabhängigen Frauenmisshandler hin. Depps Anwälte kontern mit dem Bild einer geltungs- und geldsüchtigen Egomanin.

Wer in Hollywood ein paar Scheidungen verfolgt hat, der weiß, dass solche Skandale zu Beginn der Verhandlungen gar nicht so selten passieren. Könnte also gut sein, dass die nun so brennenden Fragen niemals beantwortet werden. Laura Wasser ist in dieser Stadt nämlich auch deshalb so beliebt bei den Prominenten, weil sie bei Trennungen meistens dafür sorgt, dass die Öffentlichkeit am Ende nur ganz wenige Details erfährt.