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Wissenschaft - Magdeburg

Hochleistungsscanner soll Erkenntnisse zu Demenz liefern

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Magdeburg (dpa/sa) - Forscher des Magdeburger Leibniz-Instituts für Neurobiologie (LIN) können dem Gehirn von Mäusen und Ratten beim Arbeiten jetzt noch genauer zuschauen - und wollen damit mehr über Demenz, Schlaganfall oder Epilepsie erfahren.

Am Donnerstag wurde am Institut der landesweit leistungsstärkste Kleintierscanner offiziell in Betrieb genommen. Der hochauflösende 9,4-Tesla-Magnetresonanztomograf hat ein Magnetfeld, das 200 000-fach stärker ist als das natürlichen Erdmagnetfeldes und dreimal so stark wie das von üblichen Geräten in Kliniken.

Die Bilder werden damit detailreicher. Veränderungen der Hirnstruktur und des Stoffwechsels sind laut dem LIN zu erkennen. Sogar die Hirnaktivität beim Denken, Fühlen oder Entscheiden soll sichtbar gemacht werden. Die Forscher zielen ab auf Parallelen zu MRT-Befunden beim Menschen. Ziel ist, diagnostische Verfahren zu erproben.

Die Forscher wollten vor allem Mäuse und Ratten mit Lern- und Gedächtnisstörungen untersuchen und herausfinden, wie diese beispielsweise bedingt durch Alterskrankheiten wie Demenz oder Entwicklungsstörungen wie ADHS, Autismus oder Epilepsie, aber auch Depressionen oder Schlaganfälle entstehen, hieß es.

Das Gerät hat nach Angaben des Wirtschafts- und Wissenschaftsministeriums samt Einbau 3,75 Millionen Euro gekostet, drei Millionen kamen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, 750 000 steuerte das LIN bei.