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Umweltpolitik - Wiesbaden

Landesregierung will Gülleimporte besser regulieren

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Wiesbaden (dpa/lhe) - Für einen besseren Grundwasserschutz will die hessische Landesregierung Gülleimporte transparenter machen. Dazu soll es erstmals eine Verordnung für Wirtschaftsdünger geben. Wie eine Sprecherin des Umweltministeriums in Wiesbaden sagte, wird derzeit über einen entsprechenden Entwurf beraten. Der Koalitionsvertrag von Schwarz-Grün sieht die Einführung eines Meldesystems vor, um Gülleimporte nach Hessen besser zu regulieren. Laut Umweltministerium will sich das Land dafür an einer zentralen Datenbank mehrerer Bundesländer beteiligen.

Wie viel Gülle in Hessen derzeit anfällt und auf hessischen Feldern ausgebracht wird, wird nicht zentral erfasst. Das geht aus der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im hessischen Landtag hervor. Vor 2017 gibt es zudem keine verlässliche Daten dazu, wie viel Gülle nach Hessen importiert wurde. Bekannt ist nur Folgendes: 2017 wurden 137 927 Tonnen Wirtschaftsdünger nach Hessen importiert. Knapp 30 000 Tonnen wurden an hessische Biogasanlagen geliefert.

Dass es in Hessen - anders als in anderen Bundesländern - bislang keine landesrechtliche Meldeverordnung für Wirtschaftsdünger gibt, ist ein Grund für die unvollständige Datenlage. In einer neuen Verordnung könnte das Land strengere Meldepflichten für die Höfe bestimmen.

Dünger wie Gülle enthalten Nitrat. In hoher Konzentration ist der Stoff vor allem für junge Säuglinge gesundheitsschädlich. Der Grenzwert liegt für Grundwasser bei 50 Milligramm Nitrat je Liter. Gülle ist eine Mischung aus Kot und Harn etwa von Schweinen oder Rindern.