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Umweltpolitik - Hamburg

Greenpeace: Potenzial der Wälder nicht ignorieren

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hamburg (dpa) - Die Wälder in Deutschland könnten viel mehr zum Klimaschutz beitragen, wenn sie stärker geschützt würden. Das ist das Ergebnis einer Studie des Freiburger Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace. "Deutschland ignoriert das beträchtliche Potenzial seiner Wälder für den Klimaschutz", sagte Sandra Hieke, Waldexpertin der Umweltschutzorganisation, am Mittwoch.

Die Greenpeace-Studie untersucht die Auswirkung dreier Szenarien zur Bewirtschaftung von Wäldern. Demnach wäre der Nutzen für die Umwelt am größten, wenn sich mehr vom Forst bewirtschaftete Wälder bis Anfang des nächsten Jahrhunderts zu naturnahen Laubmischwäldern entwickeln könnten. Dann könnte der Wald pro Jahr im Schnitt 48 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) binden - dies entspreche etwa der Hälfte des jährlichen CO2-Ausstoßes von Autos in Deutschland.

"Wird der Wald ökologischer und weniger intensiv bewirtschaftet, steigt sein Beitrag zum Klimaschutz, aber auch zum Naturschutz", sagte Hannes Böttcher vom Öko-Institut. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2016 bundesweit rund 52 Millionen Kubikmeter Holz geschlagen.

Ein zweites Szenario schreibt die aktuelle Bewirtschaftung fort: Hierbei bindet der Wald im Schnitt nur 17,2 Millionen Tonnen CO2. Die Studie untersuchte außerdem den Fall, dass mehr Holz in den Wäldern geschlagen wird. Dann könnten lediglich 1,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr von den Bäumen aufgenommen und gespeichert werden.

Greenpeace forderte Bund und Länder auf, mehr Wälder natürlich entwickeln zu lassen. Mit Blick auf die mögliche neue Bundesregierung warnte Hieke: "Im Entwurf des neuen Koalitionsvertrages beabsichtigen CDU/CSU und SPD zudem, noch mehr Holz einschlagen zu lassen. Nicht nur in der Verkehrs- und Energiepolitik, auch in der Forstpolitik nimmt die Bundesregierung ihre Klimaziele nicht ernst."