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Umwelt - Kirchberg an der Jagst

Zustand der Jagst bessert sich nach Unglück allmählich

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Kirchberg (dpa/lsw) - Mehr als drei Jahre nach dem Düngemittel-Unglück in der Jagst ist Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) zufolge eine allmähliche Wiederbelebung des Flusses erkennbar. "Die Ergebnisse des Monitorings zeigen, dass sich der Fischbestand in dem besonders betroffenen Flussabschnitt 25 Kilometer stromabwärts der Lobenhauser Mühle langsam erholt", sagte er am Dienstag im Vorfeld einer Informationsveranstaltung zum Zustand der Jagst in Kirchberg (Kreis Schwäbisch Hall).

Nach einem Brand in einer Mühle im Sommer 2015 war eine Mischung aus Mineraldüngern und Löschwasser in die Jagst geflossen und hatte ein massives Fischsterben verursacht. Das Land beauftragte in der Folge das Regierungspräsidium Stuttgart, ein Aktionsprogramm durchzuführen, um die ökologischen Schäden zu beheben.

In Absprache mit Umweltverbänden und Fischereivereinen seien bislang rund 60 Einzelprojekte umgesetzt worden, teilte Regierungspräsident Wolfgang Reimer mit. Demnach wurden etwa Nebenarme der Jagst wieder freigebaggert und Kiesinseln im Fluss aufgeschüttet. Das soll die Strömungsverhältnisse für laichende Fische attraktiver machen.

Ein Hauptaugenmerk des Programms liegt darauf, Wanderungshindernisse zu entfernen. Nach Angaben des Regierungspräsidiums wurden bereits zwölf Bauwerke wie beispielsweise Wehre in der Jagst und im Nebenfluss Brettach so ungestaltet, dass Fische sie passieren können. Der Mittellauf der Jagst sei nun auf einer Fließlänge von 63 Kilometern für Fische durchwanderbar, sagte Reimer.

Eine Chronologie der bisherigenSchritte zur Wiederbelebung ist jetzt in Form eines Lehrpfades am Jagstufer in Kirchberg zu sehen. Insgesamt haben die bisherigen Projekte des Aktionsprogramms mehr als drei Millionen Euro gekostet, wie das Regierungspräsidium mitteilte.