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Raumfahrt - Bochum

Erster mitwandernder Satellit für Amateure

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Bochum/Doha (dpa/lnw) - Kommunizieren wie ein Astronaut: Mit der kürzlichen Inbetriebnahme eines mitwandernden Satelliten feiert die Sternwarte in Bochum einen Meilenstein des Amateurfunks. Qatar OSCAR-100, kurz QO-100, ist den Angaben zufolge der weltweit erste Satellit für die Nutzung des nicht-kommerziellen Amateurfunkdienstes, der mit der Erde rotiert anstatt sie zu umkreisen. Solche sogenannten geostationären Satelliten sind normalerweise beispielsweise Weltraumbehörden oder Telekommunikationsunternehmen vorbehalten und ermöglichen Funk über Satellit rund um die Uhr.

Künftig sollen Amateurfunk-Enthusiasten, Forscher aber auch Schülergruppen und Studenten mit anderen Funkern von Brasilien, Europa über die arabische Halbinsel bis Asien in Kontakt treten und so für funktechnische Experimente begeistert werden, sagte Thilo Elsner, Leiter der Sternwarte Bochum. Dort liegt die Bodenstation von QO-100, die den Satelliten betreut. Er war am 14. Februar freigeben worden.

Kontrolliert wird der Satellit auch aus Doha in Katar. Denn möglich gemacht wurde er durch eine Zusammenarbeit der Ingenieure und Raumfahrtenthusiasten des Vereins Amsat Deutschland und dem Wüstenstaat. Der ehemalige Ministerpräsident Katars, selbst Amateurfunker, hatte sich für das Prestige-Projekt eingesetzt und Amsat freie Hand bei der Entwicklung des Satelliten gegeben. QO-100 wurde bereits im November als Anhängsel an einen kommerziellen katarischen Telekommunikationssatelliten ins All geschossen. Nach ersten Testläufen kann der Satellit nun von Amateuren mit entsprechender Lizenz genutzt werden.

Etwa 65 000 Deutsche haben eine Amateurfunk-Lizenz. Nach Angaben des Deutschen Amateur Radio Clubs befasst sich davon nur ein kleiner Teil mit Weltraum-Satelliten-Technik.