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Naturschutz - Erfurt

Zwölf Naturschutzstationen komplett

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Erfurt (dpa/th) - Das Netz an Naturschutzstationen in Thüringen ist komplett. Die zwölfte Station wurde am Montag im Waldgebiet Possen bei Sondershausen offiziell eröffnet, wie das Umweltministerium mitteilte. Neben Artenschutz und Biotop-Pflege seien die fünf Mitarbeiter der Station auch für Umweltbildung zuständig und Ansprechpartner für Landwirte, Verbände, Kommunen und Bürger.

Der Possen soll sich zu einem Waldwildnisgebiet ohne forstwirtschaftliche Nutzung entwickeln. Dieses Ziel war zwischen Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) und Agrarministerin Birgit Keller (Linke), die beide zur Stationseröffnung kamen, lange strittig. Schließlich einigten sie sich Ende vergangenen Jahres.

Mit einem neuen Naturschutzgesetz, das derzeit im Landtag liegt, sollen die sogenannten Natura 2000-Stationen gesetzlich abgesichert werden. Siegesmund sieht in den zwölf Stationen eine bundesweit einmalige Struktur im Naturschutz.

Thüringen sei nun flächendeckend mit Einrichtungen zum Naturschutz versorgt, erklärte Siegesmund. Keller erwartet, dass die Station am Possen die Erfahrungen der Forstwirtschaft in der Waldpflege vermittelt.

Der Freistaat hat nach Angaben des Umweltministeriums 212 ausgewiesene Gebiete für den Natur- und Landschaftsschutz (FFH-Gebiete) sowie 44 EU-Vogelschutzgebiete. Das entspreche mit 270 000 Hektar etwa 17 Prozent der Landesfläche.