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Hamburg Wasser will Versorgung bis 2030 sichern

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Hamburg (dpa/lno) - Mehr Trinkwasser bereitstellen, Brunnen bauen und neue Mitarbeiter suchen: Der Versorger Hamburg Wasser sieht sich bis 2030 vor einige Herausforderungen gestellt, wie Geschäftsführerin Nathalie Leroy am Montag in der Hansestadt deutlich machte. Das Unternehmen hat dank des langanhaltenden Sommerwetters 2018 ein Ausnahmejahr verzeichnet. Die Hamburger Wasserwerke erzielten einen Gewinn von 43,4 Millionen Euro nach rund 29 Millionen Euro im Vorjahr, der komplett an die Stadt abgeführt wird. Trotz des lange sommerlichen Wetters habe das Unternehmen keine Probleme bei der Trinkwasserversorgung gehabt, berichtete Leroy. 2018 sei ein äußerst erfolgreiches Jahr gewesen.

Die Wasserwerke versorgten die Bevölkerung mit fast 120 Millionen Kubikmetern Trinkwasser, ein Plus von 5,0 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Angesichts der wachsende Metropole würden bis 2030 drei bis vier Millionen Kubikmeter mehr Trinkwasser benötigt, um rund 75 000 Menschen zusätzlich versorgen zu können, sagte Co-Geschäftsführer Ingo Hannemann. Dafür müsse die Zahl der 480 Brunnen mindestens konstant gehalten werden. Zum einen werden seit 2015 - bis 2020 - rund 100 Brunnen gebaut, um auch veraltete zu ersetzen. Zum anderen wird weiter nach neuen Brunnen möglichst nah der Wasserwerke gesucht.

Der Preis für Trinkwasser war zum 1. Januar 2019 um zwei Cent auf 1,77 Euro pro Kubikmeter Wasser gestiegen. Auch die Abwassergebühren wurden leicht erhöht. Mit dem Aufschlag, den die Geschäftsführerin mit Kostensteigerungen und Investitionen begründete, sei allenfalls Inflationsniveau erreicht worden. Auch die Stadtentwässerung lieferte mit 57 Millionen Euro einen deutlich höheren Gewinn als im Vorjahr (49 Millionen Euro), der für Investitionen und zum Schuldenabbau im Unternehmen (derzeit 1,25 Milliarden Euro) genutzt wird. Behandelt wurden 158 Millionen Kubikmeter Abwasser (2017: 170 Millionen).

Für die Wasserver- und Entsorgung arbeiten rund 2100 Mitarbeiter, von denen altersbedingt bis 2030 rund 40 Prozent ausscheiden werden, wie die Geschäftsführung mitteilte. Sie sollen durch 700 Mitarbeiter ersetzt werden, weswegen das Unternehmen eine Rekrutierungskampagne auf Jobmessen und Social-Media-Kanälen startet. Der Frauenanteil in Führungspositionen von 18 Prozent sei in dem technisch geprägten Unternehmen - verglichen mit Dax-Konzernen - schon sehr gut, sagte Leroy. Den Anteil von Frauen an der Gesamtbelegschaft will sie bis 2030 von derzeit einem Viertel auf die Hälfte erhöhen. Dazu würden - auch für Männer - flexible Arbeitszeitmodelle angeboten.

Der zum Konzern gehörende Energieversorger erhöhte den Umsatz von 225 Millionen Euro auf rund 247 Millionen Euro 2018 und erzielte einen Gewinn von 1,9 Millionen Euro. Für das Vorjahr wurde durch Sondereffekte ein Verlust von 1,9 Millionen Euro ausgewiesen. Die Zahl der Stromkunden von Hamburg Energie habe um 5,2 Prozent auf 116 000 zugelegt, die der Gaskunden um 12 Prozent auf 25 000. 70 Prozent der Privathaushalte würden mit Strom aus eigenen, regenerativen Anlagen versorgt, berichtete Leroy.