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Geschichte - Weimar

Bei Buchenwald-Gedenken: Rose beklagt Rechtsruck in Europa

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Weimar (dpa/th) - Anlässlich des 74. Jahrestags der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Buchenwald hat der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, einen spürbaren Rechtsruck in Europa beklagt. Antisemitismus und Antiziganismus seien weit verbreitet, sagte Rose am Sonntag vor rund 750 Teilnehmern bei der Gedenkfeier auf dem Ettersberg nahe Weimar. Mit Blick auf die Europawahl am 26. Mai und mögliche Wahlerfolge von Rechtspopulisten sagte er, Europa stehe am Scheideweg.

An der Gedenkfeier nahmen auch 25 Überlebende aus 19 Ländern teil. Dazu zählte auch Alojzy Maciak, der nach dem Aufstand der Juden im Warschauer Ghetto erst nach Auschwitz und dann nach Buchenwald deportiert worden war. Es sei bestürzend, zu wissen, dass "die Welt aus unserem Schicksal so wenig gelernt hat." Er appellierte an die Jugend, den Kampf gegen Rassismus und Nazismus fortzuführen.

Der Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos, Dominique Durand, warnte davor, die Gedenkstätten in den ehemaligen Konzentrationslagern zu vernachlässigen oder gar zu schließen.

Im KZ Buchenwald und seinen Außenlagern wurden rund 56 000 Menschen ermordet oder starben durch Krankheit, Hunger, Zwangsarbeit und medizinische Experimente. Mehr als 8000 sowjetische Kriegsgefangene wurden erschossen. Das KZ Buchenwald war eines der größten auf deutschem Boden.