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Geschichte - Plauen

Kretschmer: Erinnerung an Pogrom lebendig halten

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Chemnitz (dpa/sn) - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat anlässlich des 80. Jahrestages der Pogromnacht gefordert, auch unter veränderten Voraussetzungen die Erinnerung daran lebendig zu halten. Man habe heute noch das Glück, dass einige wenige Zeitzeugen lebten, die über die Ereignisse berichten könnten, sagte der CDU-Politiker bei einer Gedenkveranstaltung am Freitag in Chemnitz. "Die Herausforderung besteht darin: Wir müssen es schaffen, aus diesen narrativen Erinnerungen in eine Form zu kommen, die trotzdem lebendig ist."

Auch deswegen habe sich die Staatsregierung entschlossen, einen Beauftragten für jüdisches Leben einzusetzen. "Wir wollen, dass die Geschichte in Zukunft und in der Gegenwart wirkt", betonte Kretschmer. Mehrere hundert Menschen waren zur Veranstaltung an der Stele gekommen, die an der Stelle steht, an der am 9. November 1938 die Synagoge niedergebrannt wurde. Mit der Pogromnacht begann vor 80 Jahren die Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten.

Die Reichspogromnacht sei ein ganz furchtbarer Wendepunkt in der deutschen Geschichte gewesen, sagte der Regierungschef. "Die Diskriminierung von Juden davor führt in den Holocaust, in die Ermordung von sechs Millionen unschuldigen Menschen - eine wirkliche Tragödie und ein Bruch der Zivilisation, wie es ihn so nicht noch mal gegeben hat."