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Geschichte - Oldenburg

Jüdische Gemeinde erhält Grundstein der alten Synagoge

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Oldenburg (dpa/lni) - Die Jüdische Gemeinde zu Oldenburg hat in einem Festakt offiziell den Grundstein der in der Pogromnacht von 1938 zerstörten Oldenburger Synagoge zurückerhalten. Der aus zwei großen gehölten Sandsteinhälften bestehende Stein wurde 1959 bei Bauarbeiten gefunden. Die Jüdische Gemeinde beließ ihn nach der Rückgabe als Leihgabe im Stadtmuseum Oldenburg.

"Gerne geben wir den restituierten Grundstein der 1938 zerstörten Oldenburger Vorkriegs-Synagoge als steinernen Zeugen und als Dauerleihgabe an das Oldenburger Stadtmuseum. Erinnern und Lernen: Für das jüdische Volk ist das von jeher ganz essenziell und es deckt sich mit dem Auftrag eines Museums", sagte die erste Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg, Elisabeth Schlesinger, am Mittwoch beim Festakt.

Der ursprüngliche Inhalt des Steins befindet sich nach Angaben der Stadt Oldenburg heute im Besitz des Braunschweigischen Landesmuseums. Er umfasst zwei gravierte Platten, zwei Münzen und eine Zeitkapsel, die das Stadtmuseum Oldenburg als Leihgaben erhält. Die Synagoge war von den Nationalsozialisten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesetzt und zerstört worden.

Die Zeit der Weimarer Republik sei sicherlich nicht mit der heutigen Zeit zu vergleichen, betonte Schlesinger. "Aber in mancherlei Hinsicht wecken die aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland, in Europa und auch weltweit mit dem wieder aufkeimenden Nationalismus und dem Erstarken der rechtspopulistischen Bewegungen und Parteien ungute Erinnerungen und Befürchtungen, nicht nur bei jüdischen Menschen."