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Geschichte - Norderstedt

Keine Hinweise auf Knochenfunde aus der NS-Zeit

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Norderstedt (dpa/lno) - Experten des Archäologischen Landesamts haben bei Untersuchungen auf einem Spielplatz in Norderstedt bisher keine Hinweise auf ein Massengrab aus der NS-Zeit gefunden. Es sei nichts entdeckt worden, was darauf hindeute, auch keine Knochen, sagte der Leiter des Landesamts, Ulf Ickerodt, am Donnerstag. Am Vormittag hatten die Archäologen den Boden in einem etwa acht bis zehn Metern langen und 1,5 Meter tiefen Schnitt untersucht. Gefunden worden sei "moderner Schrott" wie Keramikreste aus dem 20 Jahrhundert. Am Nachmittag soll ein weiterer, ähnlich langer und tiefer Schnitt untersucht werden. Auch wenn Ickerodt es für eher unwahrscheinlich hält, Überreste eines NS-Massengrabes zu entdecken, sei es wichtig, die Frage zu klären. "Wir haben da auch eine ethische Verantwortung."

Hintergrund der Aktion sind Hinweise einer Anwohnerin der Ende der 1950er entstandenen Norderstedter Wohnsiedlung. Die dort aufgewachsene Frau hatte berichtet, dass Kinder in den 60er Jahren dort immer wieder Knochen beim Spielen gefunden hätten, sagte Stadtsprecher Bernd-Olaf Struppek vor der Untersuchung. Die Frau habe geschildert, damals habe man in der Siedlung darüber gesprochen, dass es sich möglicherweise um menschliche Überreste aus der NS-Zeit handeln und es einen Bezug zur nur wenige Kilometer entfernten Klinik Ochsenzoll geben könnte.