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Geschichte - Bonn

Merkel wirbt erneut für multilaterales Handeln

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Bonn (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat erneut zu multilateralem Handeln aufgerufen. In einer Rede zum 25-jährigen Bestehen des Hauses der Geschichte sagte sie am Freitag in Bonn, historisches Wissen biete Orientierung und erleichtere so die Einordnung aktueller Zusammenhänge.

"Wer sich zum Beispiel vor Augen führt, was Robert Schuman, Jean Monnet und Konrad Adenauer bewegt hatte, Europa politisch und wirtschaftlich näher zusammenrücken zu lassen, der kann besser verstehen, warum wir uns für dieses Europa auch heute einsetzen müssen, warum es so wichtig ist, verschiedene Interessen zusammenzuführen, zu Kompromissen bereit zu sein, multilateral statt unilateral, global statt national, gemeinsam statt allein zu denken und zu handeln." Schuman, Monnet und Adenauer waren 1950/51 wesentlich am Zustandekommen der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl beteiligt, der Keimzelle der heutigen Europäischen Union.

Merkel hob hervor, dass das Haus der Geschichte schon vor Jahren die Ausstellung "Bilder, die lügen" präsentiert habe. "Medienkompetenzen zu stärken, die Manipulation als solche zu entlarven, das bleibt im modernen Informationszeitalter wichtiger denn je, in dem ohnehin nicht selten von alternativen Fakten die Rede ist, was als solches schon eine hochinteressante Kombination ist."

Das 1994 eröffnete Museum dokumentiert die deutsche Geschichte seit 1945 bis zur Gegenwart. Mit jährlich 650 000 Besuchern in Bonn und 1,2 Millionen einschließlich der Außenstellen in Leipzig und Berlin zählt es zu den beliebtesten Museen in Deutschland.