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Geschichte - Berlin

SPD-Politiker fordern Anerkennung der Leistung Ostdeutscher

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Berlin (dpa) - 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution in der DDR und der deutschen Einheit fordern führende Sozialdemokraten einen neuen gesamtdeutschen Dialog über die Bedeutung beider Ereignisse. Seit einigen Jahren sei der Deutungskampf über die Folgen der deutschen Einheit für Ostdeutschland neu entbrannt, die bis heute nachwirkten, heißt es in einem vierseitigen Diskussionspapier, das am Wochenende veröffentlicht wurde.

"Vor allem Rechtspopulisten nutzen und schüren das Gefühl des Zukurzgekommenseins. Zugleich usurpieren sie nicht nur die Losungen der Friedlichen Revolution, sondern stellen ihren Kampf gegen die demokratische Ordnung der Bundesrepublik dem Widerstand gegen die SED-Diktatur im Jahr 1989 gleich", kritisieren die Unterzeichner.

Sie fordern eine gesamtgesellschaftliche Verständigung auch über die Bedeutung der Friedlichen Revolution in der DDR und damit verbunden eine größere Anerkennung der Leistung der Ostdeutschen. "Die deutsche Einheit vor allem als Verdienst eines Kanzlers darzustellen, verstellt den Blick auf die Realitäten", heißt es.

Zu den knapp 30 Unterzeichnern gehören unter anderen die ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Iris Gleicke, Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, der frühere Kulturstaatsminister Michael Naumann, die SPD-Vize-Fraktionsvorsitzende Eva Högl, die Vorsitzende des Kulturausschusses im Bundestag, Katrin Budde, und verschiedene Historiker.