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Geschichte - Berlin

Ex-Generalmajor der Stasi: Akten sollen ins Bundesarchiv

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Berlin (dpa) - Ein früherer Stasi-General befürwortet, dass die Akten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) ins Bundesarchiv kommen. Dafür sei es höchste Zeit, schreibt der einst jüngste MfS-General Heinz Engelhardt in dem Buch "Der letzte Mann". Im Bundesarchiv seien "Fachleute am Werk, keine Ideologen", heißt es in dem jetzt erschienenen Werk mit Blick auf die Stasi-Unterlagen-Behörde. Er wolle eine differenzierte und sachliche Auseinandersetzung.

Kern der Zukunftsüberlegungen für die Bundesbehörde ist, die Papiere der Staatssicherheit in das Bundesarchiv zu überführen. Dazu hat Behördenchef Roland Jahn ein Konzept vorgelegt. Es wird nun beraten. SED-Opfer hatten die Befürchtung geäußert, dass damit der Zugang zu den Dokumenten blockiert oder schwerer werde.

Mit Jahn habe er sich zu einem Gespräch unter vier Augen getroffen, schreibt Engelhard in dem Frage-Antwort-Buch aus der Eulenspiegel-Verlagsgruppe. Der habe seine Kritik zurückgewiesen, dass die Behörde an einer "Hexenjagd" gegen die Stasi beteiligt gewesen sei. "Wir kamen auf keinen gemeinsamen Nenner."

Engelhardt war nach eigenen Angaben Anfang 1990 mit der Auflösung des Stasi-Ministeriums beauftragt, das inzwischen zum Amt für Nationale Sicherheit geworden war. Der hochrangige Stasi-Mann schulte um und arbeitete in einem Berliner Reisebüro. Laut Verlag legt Engelhardt nach drei Jahrzehnten erstmals seine Sicht der Dinge dar.