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Geschichte - Bad Arolsen

Ausstellung zeigt Geschichte des NS-Opfer-Suchdienstes

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Bad Arolsen (dpa/lhe) - Eine neue Dauerausstellung im nordhessischen Bad Arolsen beleuchtet die Geschichte des Internationales Zentrums für NS-Verfolgung, Arolsen Archives. "Die Ausstellung zeigt eindringlich, wie die Arolsen Archives Menschen nach den grausamen Verbrechen der Nationalsozialisten wieder zusammengeführt oder ihr Schicksal aufgeklärt haben", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Dienstag bei der Eröffnung der Ausstellung mit dem Titel "Ein Denkmal aus Papier".

Hinter den Arolsen Archives steht der frühere NS-Opfer-Suchdienst ITS, der sich im Frühjahr umbenannt hatte. Die ursprüngliche Aufgabe des Dienstes war nach dem Zweiten Weltkrieg die Schicksale von Opfern nationalsozialistischer Verbrechen zu klären. Die heutigen Arbeitsschwerpunkte sind Bildung, Forschung und Gedenken an NS-Opfer. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Die neue Dauerausstellung erzählt anhand von Schicksalen, woher die Dokumente kamen, wie sie archiviert und zum UNESCO-Weltdokumentenerbe wurden. "Die Ausstellung zeigt die Arbeit einer in ihrer Art und Verantwortung einmaligen Institution", sagte Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. Ein Herzstück ist die 26 Meter lange Installation eines kleinen Teils der heute archivgerecht verpackten Zentralen Namenkartei. Die Ausstellung setzt sich den Organisatoren zufolge auch kritisch mit der eigenen Geschichte auseinander und zeigt, wie die Institution ab Mitte der 90er-Jahre in die Kritik geriet, weil Dokumente Forschern nicht zugänglich waren.