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Wohnen - Hamburg

Wohnungswirtschaft kritisiert rot-grüne Erbbaurechtspläne

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Hamburg (dpa/lno) - Vertreter der Wohnungswirtschaft haben erneut die Pläne des rot-grünen Hamburger Senats kritisiert, bei der Vergabe städtischer Grundstücke künftig verstärkt auf das Erbbaurecht zu setzen. Dies stehe dem Wunsch nach Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum entgegen, warnte der Vorstandsvorsitzende des Altonaer Spar- und Bauvereins, Burkhard Pawils, am Mittwoch beim "Wohnungswirtschaftlichen Frühstück" mit Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Genossenschaften sei es aufgrund der Befristung solcher Verträge nicht möglich, nach 30 bis 35 Jahren fällige Investitionen in die Wohngebäude zu darstellbaren Konditionen zu finanzieren. "Und das verträgt sich nicht mit bezahlbarem Wohnen."

Tschentscher verteidigte die Pläne, betonte aber auch die Bedeutung der Genossenschaften, die vielen Hamburgern Wohnraum zu bezahlbaren Mieten böten. Dies werde man bei den Plänen berücksichtigen. Er versprach, dass das Erbbaurecht zu Bedingungen angeboten werde, "die ein wirtschaftliches Äquivalent zum Kauf sind".

Nach Angaben des Direktors des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) planen die im VNW organisierten Hamburger Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften in diesem Jahr Gesamtinvestitionen in Höhe von 1,25 Milliarden Euro. "Rund 725 Millionen Euro davon sollen in die Errichtung neuer Wohnungen fließen." Im vergangenen Jahr seien von den VNW-Mitgliedern 2100 neue Wohnungen fertiggestellt worden, 75 Prozent davon öffentlich gefördert.