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Wirtschaftspolitik

Weltwirtschaftsforum in Davos erwartet Ankunft von Trump

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Demonstranten protestieren in Zürich gegen den Besuch von US-Präsident Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Foto: Ennio Leanza

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Davos (dpa) - Mit Spannung erwarten die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos an diesem Donnerstag die Ankunft von Donald Trump.

Schon seit Tagen ist der Besuch des US-Präsidenten das Gesprächsthema Nummer eins unter den Managern und Politikern, die sich in zu ihrem jährlichen Treffen in dem Schweizer Alpenort versammelt haben. Auf einen überschwänglichen Empfang kann Trump aber nicht hoffen.

Der US-Präsident soll gegen Mittag eintreffen, danach stehen Vier-Augen-Gespräche mit der britischen Regierungschefin Theresa May und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in seinem Terminkalender. In beiden Treffen soll es um internationale Krisen, etwa in Nordkorea und im Iran, sowie um den Kampf gegen den internationalen Terrorismus gehen.

Ein öffentlicher Auftritt Trumps war dagegen zunächst nicht geplant. Erst am Freitag soll der US-Präsident die Schlussrede beim Weltwirtschaftsforum halten - viele Teilnehmer des Treffens werden dann aber bereits abgereist sein, um pünktlich zum Wochenende wieder zu Hause zu sein.

Trumps Auftritt ist umstritten. Etwas mehr als 1000 Menschen hatten am Dienstag in Zürich gegen das Weltwirtschaftsforum und vor allem die Teilnahme von Trump protestiert. Eine Demonstration in Davos selbst war von der Graubündner Gemeinde zuvor abgelehnt worden mit der Begründung, aufgrund des starken Schneefalls der vergangenen Tage gebe es in dem Alpenort kaum Platz.

Auch unter den Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums hat Trump viele Kritiker. Sie sehen in seiner Politik, kompromisslos die Politik des eigenen Landes durchsetzen zu wollen, eine Gefahr für den freien Handel und das Zusammenwachsen der Welt überhaupt - genau die Werte, für die das Treffen in den Schweizer Alpen eintritt. So hatten etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch für Freihandel und Zusammenarbeit geworben und Abschottung einzelner abgelehnt. Öffentliches Lob kam allerdings von US-Konzernchefs für die von Trump vorangetriebene Senkung der Unternehmenssteuern.

"Ich denke, Davos sollte sich geschmeichelt fühlen, dass er das Forum als seine Bühne gewählt hat", sagte US-Verkehrsministerin Elaine Chao am Mittwoch in einer Diskussionsrunde auf dem Weltwirtschaftsforum. Es gebe offensichtlich eine Kluft zwischen der Wahrnehmung von Trump und der Realität. "Diejenigen, die ihm nicht zuhören wollen, können ja gehen."

Am Donnerstag selbst sind Ansprachen von May (14.00 Uhr) und Netanjahu (16.00 Uhr) angekündigt. Auch andere Spitzenpolitiker wollen in Davos das Wort ergreifen, so soll etwa der argentinische Präsident und derzeitige G20-Vorsitzende Mauricio Macri eine Rede (11.30 Uhr) halten. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte seine Teilnahme am Weltwirtschaftsforum kurzfristig wegen einer Magen-Darm-Grippe ab.