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Wirtschaftspolitik - Dresden

Ifo: Aufholprozess im Osten langsam, aber kommt voran

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Dresden (dpa) - Im Kampf gegen die wirtschaftliche Ungleichheit in Deutschland sollten die Bundesländer nach Expertenmeinung mehr Eigenständigkeit bekommen. "Für den weiteren Aufholprozess Ostdeutschlands wäre es wichtig, den Ländern mehr Kompetenzen in der Wirtschafts- und Steuerpolitik zu geben", erklärte der Chef des Münchner Ifo-Wirtschaftsinstitutes, Clemens Fuest, am Mittwoch in Dresden. Der Länderfinanzausgleich sei und bleibe aber wichtig.

Die regionale Ungleichheit beim Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland sei zwischen 2000 und 2014 gesunken. "Das ist im Prinzip eine positive Entwicklung, sie beruht allerdings zu einem Teil auf der Abwanderung aus Ostdeutschland", sagte Fuest bei einer Konferenz zum 25-jährigen Bestehen der Dresdner Ifo-Niederlassung. Der Aufholprozess des Ostens geschehe langsam, aber gehe weiter voran. Im internationalen Vergleich ist Deutschland laut Fuest "ein Land mit gemäßigter Einkommensungleichheit".

Er warnte vor der "Idee der alternativen Fakten", also der Verdrehung von Tatsachen, die demnach auch in der Wirtschaft Thema ist. "Das ist gefährlich", sagte Fuest. Fakten seien nicht beliebig, alle stützten sich auf die gleichen Zahlen. Die Wahrnehmungen seien aber unterschiedlich.

Zur Debatte, dass in den Führungsetagen zu wenig Ostdeutsche vertreten seien, sagte der Chef der Dresdner Niederlassung, Joachim Ragnitz, das sei vor allem eine Zeitfrage. "Das Problem wird sich irgendwann auswachsen." Fuest plädierte dafür, sich ein wenig von der "Ost-West-Dialektik" zu lösen. Es gebe ganz unterschiedliche regionale Entwicklungen in Ost- wie Westdeutschland.