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Wasser - Potsdam

Brandenburg trifft Maßnahmen für sauberes Trinkwasser

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Potsdam (dpa/bb) - Um sauberes Trinkwasser in Frankfurt (Oder) und Teilen Südberlins zu gewährleisten, hat Brandenburg einen Grenzwert für Sulfat in der Spree festgesetzt. Nach dem Erlass, der am Mittwoch verkündet wurde, darf der Wert von 280 Milligramm Sulfat je Liter Spreewasser an 37 Tagen im Jahr nicht überschritten werden, wie das Umweltministerium mitteilte. Andernfalls müssen die Wasserbehörden Maßnahmen ergreifen, um den Sulfat-Gehalt zu minimieren. Der "Bewirtschaftungserlass Sulfat" war bereits am 30. April von Brandenburger Umwelt- und Wirtschaftsministerium unterzeichnet worden.

Aus Grund- und Oberflächenwasser der Spree speisen die Wasserbetriebe in Frankfurt (Oder) und das Berliner Wasserwerk im Ortsteil Friedrichshagen (Bezirks Treptow-Köpenick) nach Angaben des Umweltministeriums Trinkwasser - und versorgen damit Teile Südberlins. Sulfat gelangt durch stillgelegte Braunkohle-Gruben in das Gewässer. Das freigelegte Salz mischt sich dort mit dem zurückkehrenden Grundwasser.

Das Spreewasser wird täglich an der Messstelle Neubrück (Landkreis Dahme-Spreewald) ausgewertet. Wird der in dem Erlass festgelegte Grenzwert überschritten, müsste der Gehalt des Salzes durch das Zulassen von Wasser aus anderen Gebieten wie beispielsweise der Talsperre Spremberg oder Speicherbecken in Sachsen minimiert werden, erklärte der Leiter der Abteilung Wasser und Bodenschutz im Ministerium, Kurt Augustin. Als nächstes wolle das Ministerium einen Grenzwert für Eisen festlegen.

Aus Sorge davor, dass die Sulfat-Werte in der Spree ansteigen, hatten die Stadt Frankfurt (Oder) und die dortigen Wasserbetriebe gegen die Flutung des ehemaligen Tagebaus bei Cottbus Klage vor dem Verwaltungsgericht Cottbus eingereicht. Die Flutung ist derzeit wegen der Trockenheit gestoppt.