bedeckt München

Verkehr - Stuttgart

Handel fordert Verschiebung von Fahrverboten

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Einzelhändler im Land fordern nach dem Diesel-Konzept der Bundesregierung eine Verschiebung der Fahrverbote in Stuttgart. Dieselfahrer hätten noch keine Chance gehabt, sich zu entscheiden, ob sie umrüsten oder die Umtauschprämie nutzen wollten, erklärte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, Sabine Hagmann, am Freitag. "Wir fordern deshalb, allen Beteiligten die Chance zu geben, die jetzt angedachten Lösungen umzusetzen und die Fahrverbote um mindestens ein Jahr zu verschieben." Auch Lieferanten bräuchten Zeit, um ihre Fahrzeuge umzurüsten.

Die große Koalition hatte sich zuvor auf ein Paket geeinigt, um Diesel-Fahrverbote in Städten mit einer hohen Schadstoff-Belastung zu verhindern. Die Umrüstung von Handwerker- und Lieferantenfahrzeugen soll mit bis zu 80 Prozent Förderung unterstützt werden. Für Privatleute sieht das Konzept Anreize zum Kauf neuer Wagen und Nachrüstungen vor. Für die Motor-Nachrüstungen bei Fahrzeugen der Abgasstufe Euro 5 fehlen noch technische Details des Verkehrsministeriums und grundlegende Zusagen der Autobauer für die Kostenübernahme. In Stuttgart sind vom 1. Januar 2019 an zunächst ältere Diesel der Abgasnorm Euro 4 vom Fahrverbot betroffen.

Auch FDP und SPD forderten die Landesregierung zuletzt auf, auf Fahrverbote ab 2019 in Stuttgart zu verzichten. Die Landesregierung hatte immer wieder betont, an den Fahrverboten festhalten zu wollen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich da groß etwas ändert", hatte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) gesagt.