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Planunterlagen für Fehmarnbelttunnel liegen aus

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Kiel/Kopenhagen (dpa/lno) - Die Bauarbeiten am Fehmarnbelttunnel können auf dänischer Seite beginnen. Darauf habe man sich am Dienstag parteienübergreifend verständigt, nachdem das Projekt bereits Anfang Februar grünes Licht von den deutschen Behörden erhalten habe, teilte das dänische Verkehrsministerium in Kopenhagen mit. "Jetzt ist es an der Zeit, die Bauarbeiten des Tunnels unter dem Fehmarnbelt einzuleiten", erklärte Verkehrsminister Ole Birk Olesen.

Laut Zeitplan solle der knapp 18 Kilometer lange Tunnel im Jahr 2028 eröffnet werden, erklärte Olesen. Es wird damit gerechnet, dass die ersten Aktivitäten im Herbst beginnen können. Zugreisende zwischen Kopenhagen und Hamburg sollen durch den Tunnel pro Strecke bis zu zwei Stunden Zeit einsparen, auch für Autofahrer soll der Weg dadurch verkürzt werden.

Auf deutscher Seite können interessierte Bürger den im Januar erlassenen Planfeststellungsbeschluss für den Tunnel seit Dienstag noch bis zum 8. April einsehen. Er liegt vielerorts in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern öffentlich aus und ist auch online abrufbar. Allein der Beschluss für den deutschen Abschnitt des knapp 18 Kilometer langen Tunnels umfasst 1300 Seiten.

Gegen das Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von mehr als sieben Milliarden Euro waren im Planfeststellungsverfahren auf deutscher Seite 12 600 Einwendungen erhoben worden. In Dänemark kamen 42 Einsprüche zusammen. Wer beim Bundesverwaltungsgericht klagen will, hat dann dafür einen Monat Zeit. Klagen gegen den Beschluss waren bereits angekündigt.

Die Naturschutzorganisation Nabu bekräftigte am Dienstag, gegen den Bau einer festen Beltquerung zu klagen, wenn Naturschutzbelange nicht ausreichend geprüft und berücksichtigt wurden. Anwälte und Experten des Umweltverbandes würden den Planfeststellungsbeschluss binnen der rechtlichen Frist eingehend prüfen, teilte der Nabu mit. Der Nabu geht davon aus, dass die zahlreichen im Verfahren eingebrachten ökologischen Einwände nicht sauber abgearbeitet wurden.

Aus Sicht der Naturschützer sind Maßnahmen wie die Ertüchtigung des bestehenden "Jutland-Korridors" von Hamburg über Flensburg und die Storebeltbrücke Richtung Kopenhagen sinnvoller als eine feste Beltquerung. Der Nabu setzt sich eigenen Angaben zufolge weiter dafür ein, dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer das Projekt mit seinen dänischen Kollegen stoppt. Demnach haben bislang mehr als 39 000 Menschen aus ganz Deutschland eine Nabu-Protestmail an den Bundesverkehrsminister gegen den Bau einer festen Fehmarnbeltquerung zwischen Deutschland und Dänemark unterzeichnet.