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Verkehr - Hamburg

NO2-Wert in 57 Städten zu hoch: Hamburg auf Platz 7

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Berlin/Hamburg (dpa/lno) - In 57 deutschen Städten ist die Luft im vergangenen Jahr zu stark mit gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid (NO2) belastet gewesen. Das waren acht Städte weniger als im Vorjahr, wie eine am Montag vorgelegte Auswertung des Umweltbundesamts (UBA) zeigt. Im Ranking der Städte mit den im Jahresmittel höchsten Stickoxidwerten belegt Hamburg trotz der Dieselfahrverbote weiter den siebten Platz.

Am schlechtesten war die Luft in der Hansestadt demnach wieder an der Barmbeker Habichtstraße, wo im Jahresmittel 55 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft gemessen wurden - 3 Mikrogramm weniger als 2017, aber immer noch 15 über dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm. In der Stresemannstraße und in der Max-Brauer-Allee, wo Fahrverbote gelten, sanken die Werte nur leicht oder gar nicht.

Hamburg ist damit weiter eine von 15 sogenannten "Intensivstädten" mit Maximalwerten von mehr als 50 Mikrogramm des gesundheitsschädlichen Gases, für die es besondere Hilfen gibt. Schlechter als an der Habichtstraße war die Luft nur noch an einzelnen Stationen in Stuttgart (71 Mikrogramm), Darmstadt (67), München (66), Kiel (60), Berlin und Köln (beide 59).

An der Messstation an der Stresemannstraße im Bezirk Altona, wo, wie an einem Streckenabschnitt der Max-Brauer-Allee, seit Mai vergangenen Jahres ein Fahrverbot für ältere Diesel gilt, sank der Jahresmittelwert von 48 auf 45 Mikrogramm. An der Max-Brauer-Allee blieb der Wert unverändert bei 46 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft.

Im Bundesschnitt lagen die Jahresmittelwerte an verkehrsnahen Messstationen 2018 rund 1,5 Mikrogramm unter denen des Vorjahres. In 13 Städten, die damals noch über dem Grenzwert lagen, wurde er jetzt einhalten. Dafür rutschten aber fünf zurück in den problematischen Bereich, wie das UBA mitteilte: Leipzig, Ulm, Koblenz, Eschweiler und Sindelfingen.

Bundesweit gehe der Trend in die richtige Richtung, aber die bisherigen Maßnahmen für saubere Luft reichten nicht aus, teilte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger mit. Es brauche eine schnelle Nachrüstung älterer Dieselautos mit wirksamen Katalysatoren, um den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel überall einzuhalten.

Die Hamburger Umweltbehörde wies darauf hin, dass die Stickosxid-Messwerte in diesem Jahr weiter zurückgegangen seien. "An der Habichtstraße lagen die Werte im April und Mai bei 37 beziehungsweise 38 Mikrogramm", sagte Behördensprecher Jan Dube. Der Monatswert habe damit unter dem Grenzwert und um rund ein Viertel tiefer als im vergangenen Jahr gelegen. "Ähnlich sieht es an der Max-Brauer-Allee und an der Stresemannstraße aus. Insgesamt sind wir bei der Luftreinhaltung auf einem guten Weg, um die Grenzwerte in ganz Hamburg wieder zu unterschreiten."

Der Umweltexperte der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Kurt Duwe, sieht in den UBA-Zahlen hingegen einen Beleg dafür, dass Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) "mit seinem Konzept zur Luftreinhaltung gescheitert" ist. Duwe forderte erneut die Aufhebung der Dieselfahrverbote und den Einsatz alternative Antriebe für Busse und Lastwagen, um die Luftbelastung durch Stickoxid zu senken.