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Verkehr - Frankfurt am Main

Ballungsraum will schnellere Planung bei Großprojekten

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Fast sechs Millionen Menschen wohnen in der Metropolregion Rhein-Main - von Mainz bis Miltenberg sowie vom Vogelsberg bis in den südlichen Odenwald. Die stetig wachsenden Pendlerströme bringen Straßen und Bahnen an die Grenzen ihrer Kapazität. Notwendige Projekte insbesondere zum Ausbau der Bahn im Fern- und Nahverkehr sollen beschleunigt werden - darüber waren sich Verantwortliche von Politik und Wirtschaft am Montag auf dem "Tag der Metropolregion" in Frankfurt einig.

Im Fernverkehr wird neben dem Ausbau der ICE-Strecken Frankfurt-Fulda und Frankfurt-Mannheim vor allem eine Untertunnelung des Frankfurter Hauptbahnhofs gefordert. Ende 2018 hatte der Bund das Vorhaben überraschend im Bundesverkehrswegeplan in die Top-Kategorie mit gesicherter Finanzierung hochgestuft. Es ist Teil des "Frankfurter Knotens", zu dem auch der Bau einer S-Bahn-Strecke zwischen Hanau und Frankfurt nördlich des Mains gehört. Insgesamt rechnet der Bund dabei im Großraum Frankfurt mit Kosten von gut 5,5 Milliarden Euro.

Ein S-Bahn-Schienenring rund um Frankfurt sei außerdem unverzichtbar, sagten Thomas Horn (CDU), Direktor des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main und Hochtaunus-Landrat Ulrich Krebs (CDU). Beide sind Sprecher eines vor zwei Jahren eingerichteten bundesländerübergreifenden "Strategieforums", das Mobilität und Planung im Großraum Rhein-Main verbessern soll.

Von einem solchen Ring, der den Frankfurter City-Tunnel entlasten könnte, ist der Ballungsraum aber noch weit entfernt. Immerhin ist die Regionaltangente West, die von Bad Homburg über Frankfurt-Höchst bis nach Dreieich führen soll, in der Planung. Horn forderte, die Planungszeiten für solche Großprojekte zu halbieren. Derzeit lägen sie bei 30 bis 40 Jahren. Der CDU-Politiker verlangte zugleich, die Bürgerbeteiligung etwa im Umweltbereich einzuschränken.

Auch die Einführung eines "Metropol-Tickets", das über die Grenzen des bereits länderübergreifend operierenden RMV (Rhein-Main-Verkehrsverbund) gelten soll, ist noch Zukunftsmusik. Es gebe vielversprechende Gespräche, sagte Krebs, ohne Details zu nennen. Er sprach sich außerdem für eine Reaktivierung stillgelegter Strecken aus wie der Taunusbahn in Richtung Wetzlar. Für den Bau einer andiskutierten Pendler-Seilbahn schlug er die Strecke von Frankfurt über den Feldberg in den hinteren Taunus vor.