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Verkehr - Düsseldorf

Landesweiter Kontrolltag gegen Ablenkung am Steuer

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Düsseldorf/Neuss (dpa/lnw) - Mit einer landesweiten Kontrollaktion ist die Polizei am Mittwoch gegen die Handy-Nutzung am Steuer vorgegangen. Vielerorts hielten Beamte in Zivil Ausschau nach Autofahrern, die am Steuer mit dem Handy telefonieren, oder sogar Textnachrichten tippen oder lesen.

Wer erwischt wurde, wurde in nachgelagerten Kontrollstellen aus dem Verkehr gezogen und zur Kasse gebeten. Ergebnisse der ersten landesweiten Aktion dieser Art sollten am Donnerstag vorliegen.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) begleitete in Neuss eine der Kontrollaktionen. "Handys am Steuer kosten Menschenleben und zerstören Existenzen. Telefonieren ist genauso gefährlich wie das Fahren mit mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut. Das muss in die Köpfe der Menschen", so Reul. Die Zahl der Verkehrsunfälle durch Ablenkung steigt seit Jahren stark an.

Die Smartphone-Nutzung am Steuer steht im Verdacht, für die negative Trendwende bei den schweren Verkehrsunfällen verantwortlich zu sein. Studien aus Österreich legen sogar nahe, dass Ablenkung bei jedem dritten tödlichen Unfall eine Rolle spielt. Etwa die Hälfte aller Autofahrer benutzt laut Studien das Handy während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung.

"Da sind vermeintlich verantwortungsvolle Menschen unterwegs, die niemals auf die Idee kämen, sich betrunken ans Steuer zu setzen. Aber ihr Handy benutzen diese Leute ohne Bedenken", sagte Reul. "Die Gefährlichkeit dieser Unsitte ist den meisten Menschen nicht bewusst."

Im vergangenen Jahr habe die Polizei rund 167 000 Verstöße dieser Art registriert. Fast 25 000 davon bei Radfahrern. Auch sie dürfen Handys im Straßenverkehr nicht nutzen.

Die Polizei in NRW hatte sich bereits im vergangenen September mit mehr als 500 Kontrollstellen und 1600 Polizisten an einer bundesweiten Kontrollaktion beteiligt. Dabei waren 1700 Auto- und Radfahrer erwischt worden. Wie viele Beamte am Mittwoch bei dem Kontrolltag im Einsatz waren, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Wer beim Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung gestoppt wird, muss 100 Euro zahlen und bekommt einen Punkt in Flensburg. Radfahrer mit Handy sind mit 55 Euro dabei.