bedeckt München 27°

Verkehr - Dobbin-Linstow

Verkehrswirtschaft: Bauprojekte schneller umsetzen

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Linstow (dpa/mv) - Vertreter der Verkehrswirtschaft und der Industrie- und Handelskammern haben erneut eine zügige Umsetzung von Verkehrsprojekten gefordert. Die Landesregierung müsse sich für schnellere Bauplanungen bei den Projekten aus dem Verkehrswegeplan 2030 einsetzen, erklärten die Kammern am Donnerstag anlässlich der Landesverkehrskonferenz in Linstow (Landkreis Rostock). Große Infrastrukturprojekte seien kaum noch in überschaubaren Zeiträumen umsetzbar, weil die Verfahren hochkomplex seien und oft dagegen geklagt werde. Die gleiche Forderung hatten die nach Veranstalterangaben rund 200 Teilnehmer bereits bei der Konferenz vor zwei Jahren erhoben.

Für die Branche wichtig sei die Fertigstellung der A14 in Richtung Magdeburg, deren Trasse in Mecklenburg-Vorpommern jedoch vollständig ist. Außerdem müsse die B96 ab der A20 bei Neubrandenburg bis Berlin ausgebaut und eine neue Bundesstraße zwischen Mirow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und Wittstock (Brandenburg) gebaut werden. Auch eine bessere Anbindung der Insel Usedom sei dringend erforderlich.

Im Schienennetz müsse der weitere Ausbau der Strecke Berlin - Rostock "oberste Priorität" haben. Sie solle eine Achslast von 25 Tonnen und Fahrtzeiten von unter zwei Stunden ermöglichen. Ebenso wichtig seien der Ausbau der Strecken Stralsund - Pasewalk - Berlin und Lübeck - Rostock - Stralsund sowie die Vertiefung der Hafenzufahrten von Wismar und Rostock. "Die Planung für diese und viele andere Vorhaben im Straßen- und Schienennetz müssen nun zügig in Angriff genommen werden", sagte Wolfgang Blank, Präsident der IHK Neubrandenburg laut vorab vorliegender Rede.

Erhebliche Defizite sehen die Teilnehmer bei der Instandhaltung von Straßen und Schienen. Das Land sei in der Pflicht, für ein leistungsfähiges Landesstraßennetz zu sorgen und die Kommunen finanziell so auszustatten, dass diese die Kreis- und Gemeindestraßen in Schuss halten können, hieß es. Bauarbeiten sollten früher und besser koordiniert werden, um Verkehrsbehinderungen gering zu halten und Ausweichmöglichkeiten bereit zu stellen.

Weitere Themen waren unter anderem die Digitalisierung und der Ausbau von schnellem Mobilfunk sowie die Förderung sauberer Antriebstechnologien und neuer Mobilitätskonzepte, die jedoch die Verkehrswirtschaft nicht belasten dürften. Sorgen der Branche, wie Fahrermangel oder steigender Kostendruck durch Maut und Benzinpreise, müsse durch EU-einheitliche Regeln begegnet werden.