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Verkehr - Berlin

Zustimmung zu E-Scootern: Ausbau der Radwege gefordert

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Dresden (dpa/sn) - Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) hat die Einigung von Bund und Ländern zur Zulassung von E-Tretrollern begrüßt. "E-Roller sind eine tolle Alternative zum Auto und zum Motorrad, um kurze Entfernungen - die sogenannte letzte Meile - in den Innenstädten zurückzulegen", erklärte Dulig am Freitag. Damit werde die Mobilitätswende ein gutes Stück vorangebracht. "E-Roller gehören künftig wie selbstverständlich zum Straßenbild."

Der Bundesrat hatte am Freitag der vorgesehenen Verordnung zugestimmt - allerdings mit Änderungen, die die Bundesregierung noch umsetzen muss. Demnach soll statt nach gestaffelten Alters- und Geschwindigkeitsgrenzen ein einheitliches Mindestalter von 14 Jahren gelten. Einen entsprechenden Antrag hatten die Länder Sachsen, Bayern und das Saarland eingebracht. Mit 14 Jahren seien Jugendliche durchaus in der Lage, E-Roller vernünftig zu führen, so Dulig. Bei einer höheren Altersgrenze bestünde die Gefahr, dass die Roller illegal gefahren würden.

Entgegen der ursprünglichen Pläne sollen keine E-Tretroller auf Gehwegen fahren, sondern grundsätzlich auf Radwegen. Der Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Sachsen, Konrad Krause, forderte daher einen Ausbau der Radwege vor allem in den Ballungsräumen - und damit verbunden deutliche Investitionen. "Sonst wird es eng", sagte er der dpa.

Ohnehin habe der Verkehr auf den Radwegen mit E-Bikes, Lastenrädern und Rädern mit Kinder-Anhängern in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Zudem müsste in die Oberflächen der Radwege und abgesenkte Bordsteine investiert werden. Die Unebenheiten und Kanten dürften den Rollern ansonsten mit ihren kleinen Rädern zu schaffen machen. "Wir befürchten zahlreiche Unfälle, wenn sich nichts tut", so Krause.

Noch im Sommer sollen die bis zu 20 Stundenkilometer schnellen kleinen Flitzer zugelassen werden. "Dafür bereiten wir uns vor. Wir wollen nicht, dass das ungeordnet geschieht", erklärte Dresdens Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Er setzt dafür unter anderem auf freiwillige Vereinbarungen mit Leihanbietern, die auch in der Landeshauptstadt auf den Markt drängen. Sechs Unternehmen hätten sich gemeldet, mit ihnen gebe es bereits Gespräche. Unter anderem will Schmidt-Lamontain Geschwindigkeitsbeschränkungen für Straßen und Plätze, wo es viele Fußgänger gibt sowie tretrollerfreie Zonen wie Theaterplatz oder Neumarkt.