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Verkehr - Berlin

Althusmann gegen Motorrad-Vorstoß aus Berlin

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Hannover/Berlin (dpa) - Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) lehnt den Motorrad-Vorstoß aus dem Bundesverkehrsministerium ab. Autofahrer sollen nach dem Verordnungsentwurf künftig ohne Prüfung leichte Motorräder fahren dürfen. "Ich sehe derzeit keinen Grund, die Voraussetzungen für den Erwerb der Klasse A1 abzusenken", sagte Althusmann dazu dem Sender Radio ffn am Donnerstag in Hannover.

In Österreich könnten Verkehrsteilnehmer schon seit 1997 mit normalem Pkw-Führerschein Motorräder mit maximal 15 PS fahren. Dort seien die Zulassungszahlen und damit auch die Zahl der Unfälle, an denen diese Motorräder beteiligt waren, laut einer Stellungnahme der Bundesanstalt für Straßenwesen deutlich gestiegen, sagte Althusmann dem Sender. "Der Vorstoß von Bundesminister Scheuer widerspricht meiner Meinung nach daher klar dem Ziel "Vision Zero", also der Reduzierung der Verkehrsunfälle auf "0", dem sich die Bundesregierung verschrieben hat."

Nach dem Entwurf des Bundesverkehrsministeriums von Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) müssen die Fahrer mindestens 25 Jahre alt sein, seit fünf Jahren einen Führerschein der Klasse B haben und eine "Fahrerschulung" mit mindestens fünf 90-minütigen Fahrstunden absolvieren. Es geht dabei um Krafträder der Klasse A1 mit einem Hubraum von bis zu 125 Kubikzentimeter und einer Motorleistung von nicht mehr als 11 Kilowatt, also 15 PS. Auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und der TÜV kritisierten den Vorstoß.