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Unternehmen - Erfurt

Frauenanteil bei Unternehmensgründungen gesunken

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Erfurt (dpa/th) - Immer noch deutlich mehr Männer als Frauen gründen in Thüringen ein Unternehmen. Das geht aus dem aktuellen Thüringer Gründer- und Unternehmerreport hervor. Demnach lag der Frauen-Anteil bei Gründungen von Einzelunternehmen im Jahr 2017 bei 34,8 Prozent. Ein Jahr zuvor lag er noch bei rund 36 Prozent. "Wir liegen damit im Bundesdurchschnitt, wollen aber noch eine Schippe drauf legen", sagte Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst am Donnerstag in Erfurt. Auf lange Sicht bewegte sich der Anteil von Gründerinnen seit 2010 stets zwischen rund 34 und 36 Prozent. Zahlen für 2018 lagen noch nicht vor.

Kerst betonte, dass zumindest europäisches Fördergeld für Existenzgründer in Thüringen fast zu gleichen Teilen an Männer und Frauen vergeben wurde. In der aktuellen Förderperiode, die seit 2014 läuft, wurden rund 16,8 Millionen Euro gezahlt. Davon ging mit rund 7,4 Millionen Euro fast die Hälfte an Frauen. "Hier haben wir fast Parität geschafft", sagte Kerst.

Generell ging die Zahl der Gewerbeanmeldungen im Freistaat deutlich zurück: Im Jahr 2017 wurden 11 212 Gewerbe angemeldet und damit 7,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. "Wir sehen, dass Thüringer etwas weniger Neigung haben, zu gründen", sagte Kerst. Im ersten Halbjahr 2018 gab es 5875 Gewerbeanmeldungen in Thüringen. Dirk Wegler, Leiter des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx), sagte, dass auch in den nächsten Jahren kein signifikanter Anstieg zu erwarten sei.

Kerst räumte ein, dass Thüringen kein klassischer Gründerstandort sei. "Die Digitalisierung hat andere Regionen zu Hochburgen gemacht. Das sind Städte wie Berlin, Hamburg oder München." Punkten könne Thüringen aber vor allem mit innovativen Gründungen und Spitzentechnologie. Der Bereich Spitzentechnologie machte im Jahr 2017 rund 0,53 Prozent der Gründungen in Thüringen aus. Bundesweit lag dieser Wert bei 0,2 Prozent.

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegt der Freistaat bei den Gewerbeanmeldungen bundesweit auf dem vorletzten Platz. Auf 10 000 Einwohner kamen im Jahr 2017 rechnerisch nur 52,1 Anmeldungen. Nur im Nachbarland Sachsen-Anhalt lag dieser Wert noch darunter. Kerst hob dabei die Qualität der Unternehmensgründungen in Thüringen hervor. "Rund 53 Prozent der Firmen sind auch nach fünf Jahren noch auf dem Markt", sagte sie.