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Schifffahrt - Kiel

Grote kritisiert Protest gegen Kreuzfahrtschiffe in Kiel

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Kiel/Seattle (dpa/lno) - Die stundenlange Blockade eines Kreuzfahrtschiffes im Kieler Hafen durch Umweltaktivisten beschäftigt weiter die Behörden. Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) kritisierte die Aktion am Mittwoch in Kiel. Er habe bereits mit Hamburgs Innenminister Andy Grote und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (beide SPD) darüber gesprochen, wie sich das künftig unterbinden lasse, sagte Grote. "Wir können nicht jeden Kanuten, der auf der Förde lang paddelt, oder jedes Segelboot aufbringen vor dem Hintergrund, könnte er ein möglicher Besetzer eines Wulstes eines Kreuzfahrtschiffes sein." Im Endeffekt hätte das Schiff durch die höhere Fahrtgeschwindigkeit auf der Reise nach Kopenhagen eine schlechtere CO2-Bilanz vorzuweisen als ohne die Aktion.

Trotz der jüngsten Blockadeaktion in Kiel will die US-Reederei Holland America Line mit ihren Kreuzfahrtschiffen weiter den Ostseehafen anlaufen. Das Unternehmen werde die Zusammenarbeit mit dem Hafen und den lokalen Behörden fortsetzen, um die Umstände der Aktion vor dem nächsten Anlauf zu klären, teilte die Reederei der Deutschen Presse-Agentur in Seattle mit. Rund 50 Klimaaktivisten hatten am Sonntag das Auslaufen der "Zuiderdam" für sechs Stunden verzögert. Laut Reederei kam das Schiff am Montag zwei Stunden später als geplant in Kopenhagen an.

Demonstranten hatten zwei Stunden vor dem geplanten Ablegen des Schiffs begonnen, mit kleinen Booten vor dem Bug der "Zuiderdam" zu kreuzen und hielten es so auf. Fünf Aktivisten besetzten darüber hinaus am Ostseekai einen Kran, zwei von ihnen wollten diesen nicht verlassen und mussten abgeseilt werden. Die Blockierer der Gruppe "Smash Cruiseshit" werteten ihren Protest als Erfolg und kündigten weitere Aktionen an. Sie fordern ein Ende der gesamten Kreuzfahrtbranche.

Gegen 46 Aktivisten leitete die Polizei Strafverfahren wegen Nötigung, Widerstands und Hausfriedensbruchs ein. Polizeisprecher Torge Stelck sprach von einem hohen Organisierungsgrad und verteidigte die Einsatzkräfte gegen Kritik. "Wir können da nicht mit der Brechstange rangehen, weil die Gesundheitsgefahr für Demonstranten und Beamte groß ist."

Ein Sprecher des Innenministeriums sprach von einer besonderen Gefahrenlage. Diese habe ein behutsames Vorgehen nötig gemacht. "Erschwerend kam hinzu, dass sich die rund 50 Personen nach der Auflösung der Versammlung unkooperativ verhielten, so dass zunächst zusätzliche und spezialisierte Einsatzkräfte alarmiert werden mussten, um die polizeilichen Maßnahmen durchzusetzen."

Die AfD hat wegen der Blockadeaktion eine Aktuelle Stunde des Landtags in der kommenden Woche beantragt. Zu Beginn der Sitzung am Mittwoch befasst sich das Parlament mit dem Thema. AfD-Fraktionschef Jörg Nobis griff die Grünen an. Diese hätten "seit jeher ein gespaltenes Verhältnis zur Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung".

Die "Zuiderdam" bietet Platz für knapp 2000 Passagiere. Sie wird Anfang Juli erneut in Kiel erwartet.