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Schifffahrt - Hamburg

Weitere Hafenunternehmen verzichten auf Atom-Umschlag

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Hamburg (dpa/lno) - Nach der HHLA und Hapag-Lloyd wollen zwei weitere Hafenunternehmen keine Atombrennstoffe mehr im Hamburger Hafen umschlagen. Entsprechende Verzichtserklärungen hätten nun auch Eurogate und C. Steinweg (Süd-West Terminal) abgegeben, teilte die Wirtschaftsbehörde am Dienstag mit. HHLA und Hapag-Lloyd hatten dies bereits Anfang vergangenen Jahres getan. Mit allen Unternehmen habe es einen konstruktiven Dialog gegeben, so die Wirtschaftsbehörde. "Ziel der Gespräche war ein freiwilliger Verzicht auf die Transporte. Das ist gelungen."

In den jeweils gleichlautenden Erklärungen heißt es wörtlich: "Dem Senat ist es ein Anliegen, dass im Hamburger Hafen keine Kernbrennstoffe umgeschlagen werden. Wir sind gerne bereit, den Senat in dieser Hinsicht zu unterstützen."

SPD und Grüne hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, bei den Unternehmen darauf hinzuwirken, "im Wege der Selbstbeschränkung auf den Umschlag und seeseitigen Transport" von Kernbrennstoffen im und durch den Hafen hinzuwirken.

"Bislang wurden diese Brennelemente in Hamburg weiterhin umgeschlagen, weil die Bundesrepublik zwar den Ausstieg aus der Kernenergie verfolgt, aber nicht aus der Kernbrennstoffproduktion", sagte Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks. Die Verzichtserklärungen führender Hafenunternehmen seien deshalb ein "wichtiges Signal, das deutlich macht: Hamburg und auch der Hafen meinen es mit dem Atomausstieg ernst."

Der hafenpolitische Sprecher der SPD, Joachim Seeler, verwies auf die 2022 geplante Abschaltung des letzten deutschen Atomkraftwerks. Die Selbstverpflichtung der Hafenunternehmen passe daher ins Bild. "Die Zeiten, in denen Atomtransporte zu den umgeschlagenen Gütern unseres Hafens gehörten, sind vorbei."

Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion, sieht in dem freiwilligen Verzicht ebenfalls einen Erfolg. Seit der Absichtserklärung im rot-grünen Koalitionsvertrag seien aber vier Jahre vergangen und "es bleibt unklar, wie sich die Unikai verhält, die ebenfalls eine Genehmigung für Atomtransporte besitzt". Jersch forderte weitergehende Verlässlichkeit in der Frage von Atomtransporten. "Das heißt auch, dass nicht nur Kernbrennstoffe aus dem Hafen verbannt gehören, sondern alle Atomtransporte mit wenigen, zum Beispiel medizinischen Ausnahmen."