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Pharma - Frankfurt am Main

Schwächere Konjunktur: Chemiebranche dämpft Erwartungen

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Nach einem schwachen Jahresbeginn stellt sich die hessische Chemie- und Pharmabranche auf schlechtere Geschäfte ein. Angesichts der abgekühlten Weltkonjunktur dürfte es 2019 "schwer werden, die Ergebnisse des Vorjahres zu erreichen", sagte Helmut Prestel, Vorstandschef des Branchenverbands VCI Hessen, am Donnerstag in Frankfurt. Das Umfeld auf wichtigen Märkten wie Europa, Asien und Amerika habe sich getrübt, während sich die weltweiten Handelskonflikte weiter verschärfen könnten. Die Chemie-Industrie müsse sich auf eine Nachfrageschwäche ihrer wichtigsten Kundenbranchen einstellen, warnte Prestel.

Im vergangenen Jahr konnte Hessens starke Chemie- und Pharmabranche mit knapp 59 000 Beschäftigten den Umsatz um 3,6 Prozent auf 26,8 Milliarden Euro steigern. Dank einer starken Nachfrage auf dem Heimatmarkt wuchs die Produktion kräftig um 4,3 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte habe sich die Konjunktur aber abgeschwächt, sagte Prestel. Die Chemie etwa bekam die schlechtere Geschäftslage der deutschen Industrie zu spüren. So leidet die Autobranche unter der Diesel-Debatte, Handelskonflikten und sinkenden Absätzen.

Der Jahresstart fiel so erwartungsgemäß schwach aus. Bis Februar inklusive lag die Chemie-Produktion laut VCI 2 Prozent unter Vorjahresniveau und der Umsatz knapp 1 Prozent. Schlimmer traf es die Pharmabranche, deren Produktion um knapp 9 Prozent binnen Jahresfrist einbrach. Der Umsatz fiel um 4 Prozent. Schon 2018 hatte es eine schwächere Nachfrage nach Arzneien in den USA gegeben.

Von der Politik forderte der VCI unter anderem einen zügigen Ausbau des schnellen Internets, mehr Anstrengungen bei der Fachkräftegewinnung und mehr Digitalisierung in der Ausbildung. Vor den Europawahlen Ende Mai hob die Branche die Vorteile des europäischen Binnenmarktes hervor und rief die Beschäftigten zur Wahl auf.