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Klima-Kritik bei Hauptversammlung der Lufthansa erwartet

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Eine Lufthansa-Maschine landet auf dem Frankfurter Flughafen. Foto: Andreas Arnold

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Bonn/Frankfurt (dpa) - Sinkende Gewinne, steigende Kerosin-Preise und die neue "Flugscham" - die Deutsche Lufthansa AG hatte schon einmal bessere Perspektiven.

Wenn heute der Vorstandschef Carsten Spohr bei der Hauptversammlung in Bonn vor seine Eigner tritt, muss er vieles erklären. Starker Gegenwind droht dem vor fünf Jahren angetretenen Lufthansa-Chef aber nicht.

Erstmalig will der Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre bei Europas umsatzstärkster Airline die Klimaproblematik diskutieren. In einem förmlichen Antrag zur Tagesordnung fordert der Verband, die Mitglieder des Vorstands nicht zu entlasten, weil sie zu wenig gegen den Anstieg der CO2-Emissionen getan hätten. Bereits bei der Hauptversammlung des Energieriesen RWE hatte die Organisation einen Teil ihres Rederechts an Aktivisten der Bewegung "Fridays for future" abgetreten, was sich nun in Bonn wiederholen könnte.

Im vergangenen Jahr hatte die Lufthansa AG mit einem stark ausgebauten Flugangebot ihre CO2-Emissionen um 7 Prozent auf 32,6 Millionen Tonnen gesteigert. In diesem Licht scheine das von der Zivilluftfahrtorganisation ICAO vorgegebene Ziel eines CO2-neutralen Wachstums unrealistisch, betonte der Dachverband und bezeichnete die von Lufthansa angekündigten Gegenmaßnahmen als nicht ausreichend.

In seiner Stellungnahme verwies das Management auf den niedrigsten Durchschnittsverbrauch in der Geschichte des Unternehmens, der im vergangenen Jahr vor allem mit effizienteren Jets erreicht worden sei. Die Airlines der Gruppe benötigten im Schnitt noch 3,65 Liter Kerosin, um einen Passagier 100 Kilometer weit zu fliegen. Die Flottenerneuerung gehe weiter. 2018 wurden 29 neue Flugzeuge in die Flotte aufgenommen, für 2019 sind 32 Neuzugänge geplant. Man wolle die Umweltauswirkungen auf ein unvermeidbares Maß beschränken und nach einem internationalen Verfahren von 2021 an das Wachstum mit CO2-Zertifikaten komplett kompensieren, so das Unternehmen.

Im vergangenen Jahr hatte der Dax-Konzern mit einem um 8 Prozent gesteigerten Angebot bei sinkenden Preisen den Umsatz um 1 Prozent auf 35,84 Milliarden Euro gesteigert. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 2,16 Milliarden Euro, rund 8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im ersten Quartal dieses Jahres ging es weiter abwärts. Der Vorstand schlägt den Aktionären eine unveränderte Dividende von 0,8 Euro pro Anteil vor.

Unterdessen hat die Lufthansa offiziell ihr Interesse bekundet, den Ferienflieger Condor komplett zu übernehmen. Ein entsprechendes unverbindliches Angebot sei an den britischen Eigentümer Thomas Cook gerichtet worden, erklärte Konzernchef Spohr. Das Angebot könne auch auf die kompletten Airlines der Thomas-Cook-Gruppe erweitert werden. Besonders attraktiv erscheint die Langstrecke zu touristischen Zielen ab Frankfurt und München, die an die Lufthansa-Tochter Eurowings angeschlossen werden könnte.

Bei der Übernahme des Kurz- und Mittelstreckenangebots hatten Lufthansa-Manager in der Vergangenheit stets auf mögliche kartellrechtliche Bedenken der EU-Kommission hingewiesen. Hier rechne man mit Auflagen seitens der Kommission, erklärte Spohr. Die EU hatte bereits die Übernahme noch größerer Teile der insolventen Air Berlin durch die Lufthansa aus wettbewerbsrechtlichen Gründen verhindert.