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Luftverkehr - Poppenhausen (Wasserkuppe)

Flugplatz nach Unfall für ortsfremde Piloten gesperrt

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Fulda (dpa/lhe) - Rund ein halbes Jahr nach dem schweren Unfall mit drei Toten auf dem Flugplatz auf der Wasserkuppe bleiben Landungen für ortsfremde Piloten auf Hessens höchstem Berg vorerst verboten. Fremdanflüge sind noch nicht erlaubt, wie Flugplatzleiter Harald Jörges sagte. Für Piloten, die unter Aufsicht der örtlichen Flugleitung stünden, laufe dagegen der Saisonbetrieb bereits wieder seit dem 25. März. Als Reaktion auf den Flugunfall im Herbst 2018 hatte das Regierungspräsidium (RP) Kassel als zuständige Behörde mit dem Flugplatzbetreiber "Optimierungsmaßnahmen" vereinbart.

Bei dem Unglück war am 14. Oktober ein Leichtflugzeug über die Landebahn hinausgerast und hatte eine Frau (39) und ihre beiden Kinder (11 und 12) getötet. Der Pilot hatte versucht, nach einem Landeversuch durchzustarten, was ihm aber nicht gelang. Die Maschine durchbrach eine Schranke und erfasste die Passanten auf einem angrenzenden Fußweg.

Um solche Unglücke zu verhindern, soll Piloten nun klarer signalisiert werden, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu landen und sicher auszurollen. Dafür würden Markierungen angebracht, sagte Jörges. Zudem sei das Pistenende um 50 Meter verlegt worden. Dadurch werde eine längere Pufferzone zur angrenzenden Straße und dem Gehweg geschaffen, erklärte er.

Besonders bedeutsam an der Neuregelung: Ortsfremde Piloten motorgetriebener Luftfahrzeuge müssen vor einer ersten Landung auf Hessens höchstem Berg künftig ein Training mit einem Fluglehrer absolvieren, der mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut ist. "Dadurch rechnen wir künftig mit wesentlich weniger Fremdanflügen", sagte Jörges. Doch die Zahl dieser Flüge und der damit verbundenen Einnahmen sei ohnehin gering: Pro Jahr gibt es nur etwa 500 Fremdanflüge - fünf Prozent des Gesamtaufkommens.

Zudem wurden zwei Fangzäune am Pistenende zur Landstraße hin errichtet. Sie sollen Segelflugzeuge stoppen, die nicht rechtzeitig zum Stehen kommen. Die Regeln würden in den kommenden drei Jahre auf ihre Eignung und Wirksamkeit hin überprüft, berichtete das RP.

Die Ursache für den tödlichen Unfall ist noch immer unklar. Der Zwischenbericht lässt aber den Schluss zu, dass die Cessna überladen war. Die Staatsanwaltschaft Fulda wartet auf den Abschlussbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, um sich ein Bild vom Geschehen machen zu können.